ADAC: Geisterfahrer verursachen wenig tödliche Unfälle

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Wenn es dann mal kracht, sind die Folgen schwer - wie beim dem Unfall am Sonntagmorgen bei Meschede, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen.

MESCHEDE - Autobahnunfälle mit Falschfahrern sind nach Angaben des ADAC sehr selten. „Geisterfahrer verursachen drei Prozent der tödlichen Unfälle auf Autobahnen“, sagte ADAC-Sprecher Otto Saalmann.

„Das Problem ist nur, wenn es dann mal kracht, dann sind die Folgen meistens schwer.“ Warum Menschen in verkehrter Richtung auf Autobahnen unterwegs sind, habe unterschiedliche Gründe. „Es kann Orientierungslosigkeit sein, es kann eine umständliche Beschilderung sein und oft sind Drogen und Alkohol im Spiel“, erläuterte Saalmann.

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Manchmal gebe es auch Fahrer mit Selbstmordabsicht, wie bei dem Unfall auf der A 46 bei Meschede in Nordrhein-Westfalen, bei dem am Sonntag außer dem Geisterfahrer vier weitere Menschen ums Leben kamen. Allein im Oktober starben damit zwölf Menschen bei Unfällen mit Geisterfahrern.

Saalmann warnt dennoch vor Panik: „Die allermeisten Falschfahrerfahrten gehen glimpflich aus.“ Bundesweit würden im Jahr 2800 Fälle gemeldet, davon 2000 auf Autobahnen. Verhindern lässt sich dieses Phänomen nach Ansicht Saalmanns nur bedingt.

Eine Möglichkeit wird seit Dezember 2010 in Bayern bei einem Feldversuch getestet, etwa auf der Autobahn A8 München-Salzburg an acht Ausfahrten zwischen Übersee am Chiemsee und dem Grenzübergang Walserberg. Auf einer signalgelben Warntafel sehen Autofahrer, die in falscher Richtung auf die Autobahn wollen, eine schwarze Hand mit den Hinweisen „Stop“ und „Falsch“. Der Modellversuch folgt dem Vorbild Österreichs, wo es solche Schilder schon seit rund 20 Jahren gibt.

Bilder des Unfalls sehen Sie hier:

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Saalmann hält die Warnschilder für eine gute Idee. „Bloß gegen denjenigen, der auf der Autobahn wendet, können sie überhaupt nichts machen.“ Das gelte auch für Geisterfahrer, die in Selbstmordabsicht unterwegs seien oder für die diese Fahrt eine Mutprobe sei. Sein Tipp: Im Auto immer Radio mit Verkehrsfunk einschalten, um rechtzeitig gewarnt zu werden. - dpa 

Quelle: wa.de

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