Achtklässler im Ruhrgebiet hinken bei Schulleistungen hinterher

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DÜSSELDORF - Mehr Defizite bei Sprache und Rechnen als im Landesschnitt: Achtklässlern, die im Ruhrgebiet die Schulbank drücken, fehlt es vergleichsweise häufig an Kompetenzen in Mathe, Englisch und Deutsch.

Achtklässler im Ruhrgebiet bleiben bei schulischen Leistungen hinter dem NRW-Durchschnitt zurück. Das geht aus einem Vergleich der aktuellen Ergebnisse der Lernstandserhebungen hervor, über den am Donnerstag die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtete. Auskunft über die noch nicht flächendeckend veröffentlichten Daten hatte das NRW-Bildungsministerium aufgrund einer Kleinen Anfrage eines FDP-Abgeordneten gegeben. In den überprüften Fächern Deutsch, Englisch und Mathe gibt es den Daten zufolge an Schulen im Gebiet des Regionalverbandes Ruhr mehr Schüler der achten Jahrgangsstufe mit geringen Kompetenzen als im Landesschnitt.

Für die Lernstandserhebung werden einmal im Jahr schulübergreifend in standardisierten Tests die Leistungen von Schülern in der 8. Klasse abgefragt. Besonders deutlich ist der Unterschied bei den Fähigkeiten in deutscher Sprache: 28 Prozent der getesteten Ruhrgebietsschüler verharren auf unterstem Kompetenzniveau, landesweit sind es nur 20 Prozent. Auf dieser Stufe werden lediglich sehr einfache Fähigkeiten verlangt.

Auch in Mathematik hinkt das Ruhrgebiet hinterher: Während 25 Prozent der Achtklässler landesweit nicht in der Lage sind ein höheres Niveau als Stufe 1 zu erreichen, sind es im Ruhrgebiet 31 Prozent. Umgekehrt gibt es in den Fächern Deutsch und Mathematik landesweit mehr sehr gute Schüler, als in den Ruhrgebietsstädten und -kreisen. Auch in Englisch sind Defizite vergleichsweise häufig (4 Prozentpunkte Unterschied beim Leseverstehen, 2 Prozentpunkte beim Hörverstehen).

"Das unterstreicht den klaren Auftrag, weiter daran zu arbeiten, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg weiter zu verringern", sagte ein Sprecher des NRW-Schulministeriums auf Anfrage am Donnerstag. So unterstütze die Landesregierung Schulen bereits jetzt mit zusätzlichen Stellen zur Integrations- und Sprachförderung. Auch der Ausbau von Ganztagsschulen diene dem Ziel, Schüler landesweit zu besseren Abschlüssen zu führen.

Die Erhebung soll Lehrern dabei helfen zu überprüfen, wo ihre Schüler gemessen an bundesweiten Standards stehen, erläuterte der Sprecher. "Es ist kein Instrument, dass einem regionalen Ranking dienen soll", betonte er. Folglich habe das Ministerium über die FDP-Anfrage hinaus keine Vergleichswerte zu weiteren Regionen vorliegen. - dpa

Quelle: wa.de

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