Eifelkrimi mit Jagdgewehr - Heimtückischer Mord oder Unfall?

AACHEN - Ein 45 Jahre alter Mann aus der Eifel hat vor dem Landgericht Aachen gestanden, seinen Geschäftspartner mit einem Jagdgewehr erschossen zu haben.

Gleich zwei Mal hätten sich versehentlich Schüsse gelöst, sagte der Mann am Mittwoch. Es sei ein Unfall gewesen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm dagegen Mord vor. Das Tatmotiv sei Streit um Geld gewesen. Der Angeklagte habe das 32 Jahre alte Opfer im Januar heimtückisch in einen Keller gelockt und kaltblütig erschossen. Die in Folie eingewickelte Leiche war zwei Wochen später auf einer Deponie im Rhein-Erft-Kreis entdeckt worden.

Nach Angaben des Angeklagten sei der Freund und Geschäftspartner bei Schrott-Geschäften immer klamm gewesen und habe Schulden nie zurückzahlen können. Darüber habe es ebenso Streit gegeben wie über einen angeblichen Plan des Partners, einen Juwelier zu überfallen. Als der Jüngere zudem drohte, den Älteren anzuzeigen, sei die Situation eskaliert. Ein erster Schuss sei gefallen. Als das Opfer lebensgefährlich verletzt gewesen sei, sei das Jagdgewehr noch einmal losgegangen. Es traf den Familienvater aus nächster Nähe im Nacken.

"Da gibt es den Knall, und da hat sich das Ding noch mal gelöst. Ich dachte, ich bin im falschen Film", sagte der Angeklagte. Er habe nicht geplant den Freund zu töten. "Es tut mir schrecklich leid, dass es so einen scheußlichen Vorfall gegeben hat."

Die Leiche habe zunächst einige Tage in einem Keller gelegen. Dann habe er sie in eine Plane eingewickelt und auf einen Pkw-Anhänger geladen. Das Gefährt habe er an diversen Eifel-Orten abgestellt. Gut zwei Wochen nach der Tat habe er die Leiche zu einer 45 Kilometer entfernten Deponie gebracht. Hierbei wurde er beobachtet. Kurze Zeit später wurde er festgenommen.

Die Witwe des Opfers, im Prozess eine Nebenklägerin, hatte wenige Tage nach der Tat ihren Mann als vermisst gemeldet. Der Angeklagte hatte sie beim Gang zur Polizei noch begleitet. - lnw

Quelle: wa.de

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