1. come-on.de
  2. Nordrhein-Westfalen

A45-Sperrung: Weitere Schäden an Talbrücke Rahmede entdeckt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jan Schmitz

Kommentare

Jetzt kommt es knüppeldick. Nach Informationen unserer Zeitung wurden bei den Untersuchungen der Talbrücke Rahmede an der A45 am Wochenende weitere Beschädigungen an den Stahlelementen der Brücke entdeckt. Eine längerfristige Sperrung der Brücke - zumindest für den Schwerlastverkehr - rückt näher.

Bis Mitte der Woche will die zuständige Autobahn GmbH Niederlassung in Hagen erklären, wie es an der A45, die seit Donnerstagnachmittag zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid und Lüdenscheid-Nord voll gesperrt ist, weitergeht. Dann sollen auch die Untersuchungen sämtlicher Brückenelemente abgeschlossen sein.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNordrhein-Westfalen; Hessen; Bayern

Wie berichtet, waren am vergangenen Donnerstag (2.12.) bei einem Laserscan Verformungen eines Stahlelements festgestellt worden. Dadurch sah die Autobahn GmbH die Tragfähigkeit gefährdet und ließ die A45 unmittelbar sperren. Nicht einmal Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst dürfen seitdem die 80 Meter hohe Brücke auf der A45 queren.

Am Wochenende und am Montag hatten Experten die Untersuchungen an der Talbrücke Rahmede fortgesetzt. Dabei wurde der Brückenüberbau unter die Lupe genommen, um das Ausmaß möglicher Schäden zu erfassen. Die festgestellte Verformung sei ein Hinweis auf mögliche Risse , hieß es.

Unter der Brücke wurden nach Angaben der Autobahn GmbH daher mit Hilfe einer so genannten Magnetpulverprüfung Schweißnähte auf Risse überprüft. Für das aufwendige Verfahren muss zunächst der Korrosionsschutz über der Schweißnaht entfernt werden. Dann wird eine weiße Grundierung aufgesprüht, um anschließend das schwarze Magnetpulver, das sich durch ein elektromagnetisches Feld an einem möglichen Riss sammeln würde, gut sehen zu können.

Lkw-Verkehr an der Werdohler Straße/Lennestraße.
Lkw-Verkehr an der Werdohler Straße/Lennestraße. © Jakob Salzmann

Auch der Brückenscan wurde fortgesetzt, um das Bauwerk auf weitere mögliche Verformungen zu untersuchen. Nach Informationen unserer Zeitung gab es dabei mehrere „Treffer“, also Elemente in der Stahlwand, die im Laser-Scan ebenfalls Verformungen aufwiesen.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte die Autobahn GmbH die gefundenen weiteren Schäden: „Bei weiteren Untersuchungen sind auch an anderen Stellen Verformungen festgestellt worden“, sagte eine Sprecherin. Zu Umfang und Art werde man nach Auswertung der Ergebnisse berichten, hieß. Die Verformungen gehen auf die starke Belastungen durch den zunehmenden Verkehr zurück.

Untersuchungen an der Talbrücke Rahmede auf der A45 bei Lüdenscheid.
Wegen Verformungen an der Talbrücke Rahmede ist die A45 bei Lüdenscheid voll gesperrt. © Autobahn Westfalen

Als die Talbrücke Rahmede 1968 fertiggestellt wurde, war sie für die heutigen Verkehrsmassen nicht ausgerichtet. Nennenswerte bauliche Maßnahmen zur Ertüchtigung wurden seitdem nicht vorgenommen. Es wurden 2014 lediglich die Geschwindigkeit reduziert und ein Abstandsgebot von 50 Metern und ein Überholverbot für Lkw eingeführt sowie eine Sperrung für den genemigungspflichtigen Schwertransport (bis 60 Tonnen) erlassen.

„Alle Daten, die wir jetzt sammeln, müssen wir anschließend auswerten, um zu einer Entscheidung über das weitere Vorgehen zu kommen“, sagt Michael Neumann, als Projektleiter für die Talbrücke Rahmede zuständig. Nach Informationen unserer Zeitung sollen die örtlichen Behördenvertreter am Mittwoch durch die Autobahn GmbH über den aktuellen Stand und eine mögliche längerfristige Sperrung für Lkw informiert werden. Auch ob und wann der Pkw-Verkehr über die Brücke geleitet werden kann, könnte dann bereits feststehen.

Auch interessant

Kommentare