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A45-Sperrung: Entwurf von 2016 - Provisorische Brücke neben der alten

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Von: Jan Schmitz

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Entwürfe für den Neubau der Talbrücke Rahmede aus dem Jahr 2016 zeigen, wie weit die Planer schon waren, als der Bau der Talbrücke 2017 in der Prioritätenliste zurückgestellt worden war. Für den Neubau sollte eine provisorische Brücke neben die alte gebaut werden.

Die Entwürfe von 2016 legen nahe, dass die neue Talbrücke an der A45 ähnlich wie die Lennetalbrücke in Hagen (siehe Video unten) – Stand jetzt – mittels Taktschiebeverfahren errichtet werden wird. Dafür wird zunächst eine weitere Fahrbahn auf eine neu zu errichtende dritte Pfeilerreihe neben die alte Brücke gesetzt. Die diskutierten Angaben zur Bauzeit beziehen sich auf diesen ersten Teilbau, nicht auf die Fertigstellung der gesamten Brücke, wie die Autobahn GmbH auf Nachfrage bestätigte.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNordrhein-Westfalen; Hessen; Bayern

Erst nach dem Bau der provisorischen Brücke (in angepeilten fünf Jahren) folgt der Abriss der alten Brücke. Dafür müssen Stahlträger und Beton-Pfeiler in einem aufwendigen Verfahren einzeln abgetragen werden. Erst wenn die alte Brücke verschwunden ist, können die Pfeiler für die neue Talbrücke errichtet werden. Im letzten Schritt wird dann der Fahrbahnaufbau von den provisorischen Pfeilern etwa 15 bis 20 Meter in seine endgültige Position verschoben.

So sehen es Pläne zum Neubau der Talbrücke Rahmede vor, die der damals zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW im September 2016 im Lüdenscheider Verkehrsausschuss präsentierte. Tagesordnungspunkt: „Information über Planungs- und Verfahrensstand sowie die weiteren Schritte der Baumaßnahmen insbesondere bezüglich der Rahmedetalbrücke der BAB45“. Die dort gezeigten Planentwürfe liegen unserer Redaktion vor. Die Planungen waren weit fortgeschritten.

So sehen die 2016 vorgestellten Entwürfe für den Neubau der Talbrücke Rahmede aus.
So sehen die 2016 vorgestellten Entwürfe für den Neubau der Talbrücke Rahmede aus. Dabei wird das Taktschiebeverfahren angewendet. Im zweiten Bauabschnitt (links) werden provisorische Pfeiler mit einem fertigen Fahrbahnaufbau neben die alte Brücke gesetzt. Darüber wird auf verengten Fahrbahnen der Verkehr in beiden Richtungen geleitet. Anschließend wird die alte Brücke abgerissen und zwei Pfeilerreihen neu gebaut. Im letzten Schritt wird der Fahrbahnaufbau von dem Provisorium an seine endgültige Position geschoben. © Straßen.NRW

Im September 2016 wurde im Ausschuss berichtet, dass der Planungsauftrag für den dringend erforderlichen Brückenneubau 2015 erteilt wurde. Bis 2018 sollte die Planung abgeschlossen sein. Der Baubeginn war für 2019 angepeilt. Berechnete Bauzeit: Vier Jahre für die gesamte Brücke. Nach Darstellung von Straßen.NRW war die Umweltverträglichkeitsuntersuchung im Bereich Fauna im September 2016 bereits erfolgt (I/2016). Der landschaftspflegerische Begleitplan sollte 2018 vorliegen.

Die Vorzugsvariante im September 2016 für den Neubau der Talbrücke Rahmede.
Die Vorzugsvariante im September 2016 für den Neubau der Talbrücke Rahmede. © Straßen.NRW

Auf den bis zu 80 Meter hohen neuen Betonpfeilern sollte – so die Planung 2016 – auf 453 Metern Länge Stahlhohlkästen mit seitlich angeordneten Druckstreben und einer massiven Fahrbahnplatte aus Stahlbeton errichtet werden. Die zwei neuen Fahrbahnen waren mit einer Breite von jeweils 17,55 Meter bereits auf den sechsspurigen Ausbau der A45 ausgerichtet. Während der Bauzeit war für die Altenaer Straße und die Straße Im Wiesental „eine Einhausung“ vorgesehen – also ein Überbau der Straßen unterhalb der Brücke.

Für den Neubau waren nach damaligen Berechnungen acht Baustraßen erforderlich. Im September 2016 erklärte ein Vertreter von Straßen.NRW, dass noch keine Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt worden seien. In der Niederschrift der Sitzung werden seine Aussagen wie folgt zusammengefasst: „Allgemeine Vorgehensweise für diese Projekte sei es, dass zunächst Gespräche mit der Verwaltung geführt würden, anschließend die Politik informiert werde und weiter die Eigentümer und die Öffentlichkeit.“

Baustraßen-Planung von 2016 im nördlichen Bereich des Neubaus. Am unteren Bildrand sieht man die Verschwenkung der Fahrbahn auf die provisorische Brücke. Grau eingezeichnet ist die Einhausung unterhalb der Brücke.
Baustraßen-Planung von 2016 im nördlichen Bereich des Neubaus. Am unteren Bildrand sieht man die Verschwenkung der Fahrbahn auf die provisorische Brücke. Grau eingezeichnet ist die Einhausung unterhalb der Brücke. © Straßen.NRW

Auf die Nachfrage der Politiker zu den Auswirkungen der Baustelle sagte ein Straßen.NRW-Vertreter laut Niederschrift im Ausschuss, dass „eine innerstädtische Mehrbelastung durch die Baustelle im Bereich der Rahmedetalbrücke durchaus denkbar sei.“ „Um diese nicht über Gebühr zu verstärken, sei jedoch geplant, keinerlei Umleitungsbeschilderungen vorzunehmen. Ortskundige Autofahrer würden sicherlich versuchen, den Baustellenbereich entsprechend zu umfahren. Die Größenordnung einer Mehrbelastung sei jedoch nicht bezifferbar.“

Die Planung der Baustraßen von 2016. Auch hier ist die Verschwenkung der Fahrbahn auf die provisorische Brücke deutlich zu erkennen.
Die Planung der Baustraßen von 2016. Auch hier ist die Verschwenkung der Fahrbahn auf die provisorische Brücke deutlich zu erkennen. © Straßen.NRW

Wie mehrfach berichtet, wurden die Planungen für den Neubau der Talbrücke Rahmede Anfang 2017 gestoppt, nachdem andere Neubauprojekte entlang der A45 wie die Brückenbauwerke Kattenohl und Brunsbecke höher priorisiert wurden. „Seit 2017 ist planerisch nichts mehr an der Brücke passiert“, sagte Autobahn-Leiterin Sauerwein-Braksiek am Donnerstag (9. Dezember) im Hinblick auf die Rahmedebrücke.

Wie eine Sprecherin der Autobahn GmbH bestätigte, habe man Pläne für den Neubau der Talbrücke in der Schublade. Der 2015 erteilte Planungsauftrag bestehe noch. Die Entwürfe von damals würden jetzt unter den neuen Voraussetzungen bewertet. Unter anderem darf die alte Brücke anders als 2016 während des Baus der provisorischen Brücke nicht von Lkw befahren werden – wohl noch mindestens fünf Jahre lang.

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