Falsche Polizei

Wegelagerei an der A45: Mann festgenommen - zehn Taten entlang der Sauerlandlinie

Polizei - Kelle - Halt - NRW
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Am Samstagmorgen wurde ein mutmaßlicher Serientäter festgenommen, der sich als Polizist ausgegeben und nachts Autofahrer an der A 45 angehalten hat.

Ein Unbekannter gab sich als Polizist aus und kassierte nachts wegen angeblicher Tempo-Überschreitung auf der Autobahn A45 ab. Jetzt gab es eine Festnahme.

Lüdenscheid - Nach der Festnahme eines 20-jährigen Mannes in Hessen hofft die Polizei im Märkischen Kreis, dass die Serie von nächtlicher Wegelagerei an der Autobahn A45 aufgeklärt ist. Seit Juli hatte sich ein Unbekannter in mehreren Fällen als Polizist ausgegeben, nachts Autofahrer an der A45 angehalten und Bargeld für vermeintliche Geschwindigkeitsübertretungen kassiert.

AutobahnA45
Länge257 km
BundesländerNRW, Hessen, Bayern

Wegelagerei an der A45: Mann festgenommen

„Wir gehen derzeit davon aus, dass es sich um den Täter handelt, der auch bei uns aktiv war“, erklärte Polizeisprecher Christof Hüls nach Rücksprache mit dem ermittelnden Kommissariat. Man befinde sich im Austausch mit den Kollegen der Kreispolizeibehörde Mittelhessen. Im Märkischen Kreis waren drei Fälle angezeigt worden.

Am 19. Juli wurde ein Autofahrer auf dem Rastplatz Rölveder Mühle angehalten. In derselben Nacht wurde in Höhe Lüdenscheid ein Autofahrer von einem Mann mit Polizei-Shirt abkassiert. Am Abend des 20. Juli stoppte der falsche Polizist bei Lüdenscheid eine 25-Jährige.

Falscher Polizist: Zehn Taten entlang der A45 bekannt

„Insgesamt werden dem Täter inzwischen zehn Fälle entlang der A45 zugeordnet“, sagt Polizeisprecher Hüls. Die Ermittler gehen von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Bei dem jetzt in Sinn (Lahn-Dill-Kreis) festgenommenen 20-jährigen Deutschen ohne festen Wohnsitz wurden mehrere ausgefüllte Durchschriften von Quittungen gefunden, die den Schluss nahelegen, dass die Masche mehrfach erfolgreich war.

Die Festnahme des mutmaßlichen Serientäters war einem aufmerksamen Autofahrer zu verdanken, der am Samstagmorgen (2. Oktober) um 1.50 Uhr in die falsche Polizeikontrolle auf der A45 geriet. Es gelang dem Zeugen unbemerkt, die echte Polizei zu verständigen. Die eingesetzten Beamten nahmen den falschen Kollegen vor Ort fest. Bei seiner Festnahme trug der 20-Jährige Kleidung ähnlich einer Polizeiuniform der Bundespolizei und führte neben einer Schreckschusswaffe auch Pfefferspray und Funkgerät mit sich. Die Beschreibung passt auf den Täter, der im MK aktiv war.

Täter fuhr schwarzen 5er-BMW

Er fuhr zudem einen schwarzen 5er-BMW, der bei den Fällen in der heimischen Region beobachtet worden war. Wie die Polizei feststellte, war das Fahrzeug präpariert worden. Im Heck des BMW befand sich eine Tafel mit der Aufschrift „Bitte folgen“, eine LED-Schrift in der Sonnenblende zeigte den Schriftzug „Stop Polizei“. Zudem war eine Anhaltekelle an Bord. Am Fahrzeug waren die nachgemachten Kennzeichen B-DP 1231 angebracht. Bei den Lüdenscheider Fällen notierten die Betrugsopfer BP- und MK-Kennzeichen an dem BMW.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Erpressung, des versuchten Betrugs, der Amtsanmaßung, des Kennzeichenmissbrauchs sowie wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz gegen den 20-Jährigen. Der Tatverdächtige wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Polizei in Herborn (Tel. 02772/47050) sucht Zeugen und mögliche weitere Geschädigte.

Ein krasser Fall von Betrug spielte sich über mehrere Jahre hinweg an der Universität Duisburg-Essen ab. Eine Mitarbeiterin der Hochschulverwaltung soll die Noten der Studierenden verbessert haben. Diesen fragwürdigen Service hat sie sich gut bezahlen lassen.

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