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Brisante Mails zu A45-Brücke verschwunden: Wüst gerät in Bedrängnis

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Von: Florian Forth

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Welche Rolle spielte Hendrik Wüst (CDU) beim Brücken-Skandal an der A45 in Lüdenscheid? Wichtige Mails zu dieser Frage sind nun offenbar verschwunden.

Lüdenscheid/Düsseldorf – Die kaputte Rahmedetalbrücke der A45 bei Lüdenscheid sorgt seit gut einem Jahr für Verkehrsprobleme zwischen dem Ruhrgebiet und Hessen. Zuletzt rückte auch die Rolle des damaligen Verkehrsministers Hendrik Wüst in den Fokus. Jetzt bestätigen gleich zwei Ministerien einen brisanten Vorgang.

Brisante E-Mails zu Neubau der A45-Brücke Rahmedetal bei Lüdenscheid gelöscht

Bereits in einem Bericht an den Verkehrsausschuss (PDF) im NRW-Landtag vom Mittwoch (18. Januar) bleibt das Verkehrsministerium eher vage, was die „Akten- und Informationslage“ angeht. Neuerdings gibt das Ministerium eines aber zu: Bereits 2020 war klar, dass ein Planfeststellungsverfahren für einen Ersatzneubau der A45-Brücke bei Lüdenscheid nötig sei. Baubeginn damals: nicht vor 2026.

Verkehrsminister war damals der heutige NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. Ob dieser Kenntnis davon hatte, dass sich der Neubau um Jahre verschieben würde? Dazu steht in dem Bericht an den Landtag nur etwas verklausuliert, dass „Terminketten zur A45 lediglich an die aktuellen Projektfortschritte auf operativer Ebene durch den Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen angepasst wurden“.

E-Mails zur A45-Brücke Rahmedetal in NRW wurden in Staatskanzlei und Ministerium gelöscht

Und: „Eine darüber hinausgehende aktive Verschiebung oder ein Stopp der Maßnahme ist nicht bekannt“, schreibt das Verkehrsministerium. Das könnte auch daran liegen, dass die entsprechenden E-Mails dazu nicht mehr vorhanden sind. Das berichtet T-Online am Sonntag (22. Januar).

Denn laut dem Bericht sind genau jene Dokumente verschwunden, die Wüst und seine Mitarbeiter in dem Brücken-Skandal belasten könnten. Dazu hatten das Verkehrsministerium und die Staatskanzlei NRW im Jahr 2020 wichtige Mails ausgetauscht. Diese seien im Ministerium aber nicht zu den Akten genommen worden und auch in der Staatskanzlei nicht mehr vorhanden, berichtet das Portal unter Berufung auf die Behörden.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) gerät wegen der kaputten A45-Brücke unter Druck. © Kay Nietfeld/DPA

Mit dem ungewöhnlichen Vorgang bleibt weiter unklar, ob und wann Wüst von den Problemen mit der Brücke wusste. Die Opposition aus SPD und FDP im NRW-Landtag forderte bis Ende Januar nun alle noch vorhandenen Unterlagen zur A45-Brücke an.

Rahmedetalbrücke der A45 bei Lüdenscheid soll 2023 gesprengt und neugebaut werden

Dass der Neubau der Rahmedetal-Brücke verschoben wurde, führte letztlich dazu, dass die Brücke Ende 2021 für immer gesperrt werden musste. Noch 2020 sollen laut Verkehrsministerium bei einer einfachen Brückenprüfung aber keine schweren Mängel festgestellt worden sein (alle News zum Verkehr in NRW auf RUHR24 lesen).

Ein Lkw fährt unter einer sehr hohen Brücke her.
Die A45 bei Lüdenscheid ist seit Ende 2021 gesperrt. © Rene Traut/Imago

Zeitplan um Neubau der A45-Brücke bei Lüdenscheid:

Dennoch hatte man das Bauwerk damals bereits für Schwertransporte gesperrt und auch den Lastwagenverkehr eingeschränkt. Die A45-Brücke bei Lüdenscheid soll noch 2023 gesprengt und anschließend neu gebaut werden.

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