Während eines erlaubten Ausgangs

63-Jähriger sitzt wegen Fahrens ohne Führerschein im Knast - und fährt mit dem Auto zur JVA

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Vor dem Amtsgericht Meinerzhagen wurde gegen den 63-Jährigen verhandelt.

Meinerzhagen - Als „besondere Dreistigkeit“ bezeichnete der Vertreter der Staatsanwaltschaft die Tat eines Angeklagten im Amtsgericht Meinerzhagen. Tatsächlich konnte auch der Richter kaum glauben, was er in der Anklageschrift las.

Weil er Geldstrafen aus früheren Verfahren nicht hatte zahlen können, war der Angeklagte ersatzweise ins Gefängnis gegangen. Kurz vor seiner Inhaftierung war er wegen fünffachen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein Umstand, der schwere Auswirkungen für den 63-Jährigen nach sich ziehen könnte.

Während seines Haftaufenthaltes wurde dem Meinerzhagener Ausgang gestattet. Dabei machen ihm die Justizvollzugsbeamten ganz deutlich, dass er auf gar keinen Fall mit einem Auto fahren dürfte. Ein Hinweis, den der 63-Jährige am Ende seines Ausgangs offenbar vergessen hatte. Er fuhr nämlich mit einem Wagen an der Justizvollzugsanstalt (JVA) vor und stellte das Gefährt auf dem Parkplatz ab. Damit hatte er sich erneut wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar gemacht. 

Angst vor verspäteter Rückkehr

Doch damit nicht genug: Es stellte sich heraus, dass der Wagen gar nicht angemeldet und somit auch nicht haftpflichtversichert war. Also hatte der Mann auch noch gegen das Pflichtversicherungsgesetz verstoßen. Im Gericht erklärte der Angeklagte, er habe bei Antritt seines Ausgangs auf dem Weg von der JVA nach Meinerzhagen fünf Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gebraucht. Aus Angst, sich bei der Rückkehr ins Gefängnis zu verspäten, habe er sich für das Auto entschieden. 

Bei der früheren Verurteilung für das fünffache Fahren ohne Fahrerlaubnis war die Einziehung des Wagens angeordnet worden. Zur Zeit der Fahrt zum Gefängnis war das Auto allerdings noch nicht abgeholt worden. Bei der Urteilsfindung zum aktuell verhandelten Fall kam der Richter in Anbetracht von sieben, meist einschlägigen Voreintragungen und dem kurz vor der Tat verhängtem Urteil nicht um eine Freiheitsstrafe herum. Diese konnte auch nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. 

Und so müsste der 63-Jährige, wenn er kein Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegt, vier Monate ins Gefängnis. Insgesamt käme der Meinerzhagener dann auf ein Jahr Haft, da die Bewährung der vorherigen acht Monate widerrufen würde. Zudem verhängte der Richter noch eine einjährige Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis und ein dreimonatiges Fahrverbot. Ob ihn das von einer erneuten Spritztour abhält, bleibt jedoch fraglich...

Quelle: wa.de

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