5000 Folgen GZSZ - Frederik Babucke im Interview: "Tolle Zeit..."

POTSDAM - Die Serie läuft und läuft. 20 Jahre liegen hinter ihr, die 5000. Folge steht an. Zum Jubiläum sprachen wir mit dem früheren "GZSZ"-Schauspieler Frederik Babucke.

Sie war Deutschlands erste tägliche Serie. Andere kamen – und gingen. „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ („GZSZ“) entwickelte sich zu einer der Säulen von RTL und gilt nach 20 Jahren in der Branche als gelungenes Beispiel für das Genre täglicher Serien. Knapp vier Millionen Menschen verfolgen täglich die Serie, deren 5000. Folge am 23. Mai ausgestrahlt wird. RTL strahlt heute, Mittwoch, um 19.40 Uhr Folge 5000 von GZSZ aus. Start der Serie war am 11. Mai 1992.

Von Sandra Oelschläger

Dauerbrenner unter den GZSZ-Schauspielern: "Bösewicht" Jo Gerne

Frederik Bambucke gehörte dazu. Als Paul half er im GZSZ-Restaurant „Fasan“ aus, nutzte seine dort gewonnenen Kontakte, um Amphetamine unters Volk zu bringen, und spannte einem Bekannten nebenbei noch die Freundin aus. Mehr als zehn Jahre ist es her, dass Frederik Babucke bei „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ mitmischte. Heute hat der Serien-Bösewicht von einst die Schauspielerei an den Nagel gehängt. Sein Geld verdient er als Medienberater beim Soester Anzeiger und lebt in der Gemeinde Möhnesee.

„Meine Ehe und meine Tochter waren damals der Grund, weshalb ich den Job gewechselt habe“, sagt Babucke, der heute zweifacher Vater ist. Ein sicheres Einkommen sei ihm wichtiger gewesen. Nach GZSZ und der einen oder anderen kleineren Rolle spielte er noch zwei Jahre lang eine Hauptrolle im „Marienhof“ und weiß daher, wie das Geschäft funktioniert. Selbst die Hauptdarsteller bekommen nur Ein- oder Zweijahresverträge. Eine Planungssicherheit, die ihm als junger Vater nicht ausreichend erschien.

„Eine tolle Zeit war es aber dennoch“, sagt der 37-Jährige rückblickend. Angefangen hat alles 1996: mit seiner Kür zum Bravo-Boy. Über einige Umwege gelangten professionelle Fotos des gelernten Zahntechnikers an eine Schauspielagentur in Brilon.

Plattform für Bands

In den vergangenen Jahren hat sich die Serie zunehmend zu einer Plattform für Bands entwickelt, die auf ihren Durchbruch hinarbeiten. Sender und Produktionsfirma nutzen dabei auch gezielt das Internet. Der Soundtrack steht als Download auf der Homepage bereit; die Besucher werden gefragt, von welchen Künstlern sie gerne in der Serie sehen würden. Mit diesem Konzept sehen die Macher von „GZSZ“ noch viel Stoff für die kommenden Jahre. Dabei setzen sie weiter auf aktuelle gesellschaftlich relevante Fragen – und natürlich auf das Thema Liebe und Freundschaft. Zielgruppe sind die Zuschauer von 14 bis 49 Jahren, wobei der Fokus auf den Twens liegt.

Die entdeckte, dass mehr in dem Jungen aus Werne-Stockum steckt, nahm ihn unter Vertrag und verschaffte ihm zunächst kleinere Auftritte, bevor es dann nach Berlin zu GZSZ ging. In der Zwischenzeit hatte er privaten Schauspielunterricht genommen und bestand so gegen die alten Hasen am Set. Am ersten Drehtag sei er schon „ein bisschen nervös“ gewesen, die Aufregung sei dann aber sehr schnell verflogen. „Und so stressig, wie häufig dargestellt wird, sind die Dreharbeiten übrigens nicht“, sagt er mit einem Schmunzeln. Zwischen Probe und Aufzeichnung bliebe noch immer ausreichend Zeit. „Manchmal auch mehrere Tage.“

Für Barbucke war der Schauspielberuf immer ein Job wie jeder andere auch. „Ob ich nun vor der Kamera stehe, oder Kunden berate: Es ist und bleibt ein Beruf“, sagt er. Ein gravierender Unterschied machte sich jedoch außerhalb der Studios bemerkbar: Der junge Schauspieler wurde als Paul aus GZSZ oder Dominik Kessler aus Marienhof immer wieder erkannt und angesprochen. „Das war auch ok so.“ Allerdings fühle man sich ständig beobachtet, die private Freiheit gehe verloren. Und auch im Freundeskreis habe es mitunter schwierige Reaktionen gegeben. „Einige haben sich für mich gefreut, andere hielten mich für abgehoben.“

Besondere Freude haben ihm vor der Kamera immer Situationen gemacht, in denen Aktion gefordert war, „Erotikszenen hätte ich allerdings nicht gebraucht.“ Ein Fan der Serie war er selbst übrigens nie. So hat er die Geschicke von Jo Gerner und Co. nach seinem Ausstieg aus der Serie nicht weiter verfolgt, und auch die Jubiläumsfolge heute wird er sich nicht anschauen.

Besser als die Arbeit bei GZSZ hat ihm übrigens der Job bei Marienhof gefallen – vor allem wegen der Kollegen. „Wir waren so etwas wie eine Familie, ich bin sofort wahnsinnig freundlich aufgenommen worden“, sagt Babucke. Bei GZSZ hätten die lang gedienten Schauspieler kaum Notiz genommen von den neuen Kollegen. „Dafür sind dort vermutlich zu viele durchgeschleust worden.“

Allen, die im Schauspielgeschäft Fuß fassen wollen, rät Babucke, frühzeitig mit Profis zu arbeiten. „Ohne einen guten Agenten geht nichts in der Branche. Er hat die Kontakte und kann erste Rollen vermitteln.“

Heute, nach vielen Jahren Schauspielabstinenz, könnte sich Babucke wieder vorstellen, vor einer Kamera zu stehen. „Dann müsste es aber mindestens ein Dreijahresvertrag sein“, sagt er.

Quelle: wa.de

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