24.000 in Dortmund

Warnstreiks in NRW: Verdi demonstriert Stärke

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DÜSSELDORF/DORTMUND - Diesmal war der Warnstreik bis hin zu den Flughäfen zu spüren. Die Gewerkschaft Verdi verschärft den Ton im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes.

Es sind die heftigsten Warnstreiks seit Jahren: Am zweiten Tag ihres Arbeitskampfes in Nordrhein-Westfalen hat die Gewerkschaft Verdi nicht nur den kommunalen Nahverkehr lahmgelegt, sondern auch Kitas, Schwimmhallen, Büchereien, Müllabfuhr, Stadtverwaltungen oder Jobcenter bestreikt. Auch an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn waren die Aktionen zu spüren - wenn auch deutlich weniger als am größten deutschen Airport in Frankfurt.

Bei Kundgebungen in Köln, Duisburg, Dortmund und Bielefeld nahmen nach Gewerkschaftsangaben 60 000 Streikende teil. Vor der dritten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern im öffentlichen Dienst hat Verdi damit die Gangart verschärft.

Verdi-Bundesvorstand Achim Meerkamp unterstrich bei der größten Demonstration in Duisburg die bisherigen Forderungen nach einer Lohnerhöhung um 100 Euro sowie zusätzliche 3,5 Prozent. Für die dritte Tarifrunde am kommenden Montag und Dienstag kündigte er an, die Gewerkschaft werde nicht jedes Ergebnis unterschreiben.

Die kommunalen Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen lehnten die Forderungen erneut ab. "Wir wollen keinen Tarifabschluss, der uns Sparzwänge auferlegt, so dass wir Personal einsparen müssen und damit öffentliche Arbeitsplätze gefährden", sagte der Vorsitzende des kommunalen Arbeitgeberverbands, Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters, am Donnerstag laut einer Mitteilung.

Auf dem Flughafen Köln/Bonn konnten nach Angaben eines Sprechers wegen des Warnstreiks der Flughafen-Feuerwehr 20 Minuten lang keine Flugzeuge landen oder starten. Trotz Verspätungen bei den Abflügen und Flugausfällen blieben die Passagiere nach Angaben von Beobachtern gelassen. Die Airlines hatten vorsorglich 13 der insgesamt 80 bis zum frühen Nachmittag geplanten Starts und Landungen gestrichen.

Am Flughafen Düsseldorf wurden nach Angaben einer Sprecherin von Airline-Seite 18 der insgesamt 570 am gesamten Tag geplanten Starts und Landungen gestrichen. Vereinzelte Arbeitsniederlegungen am Airport hatten den Angaben zufolge keine Auswirkungen auf den Betrieb.

In Duisburg war Verdi von den eigenen Warnstreiks betroffen. Die Politessen hätten normalerweise dafür sorgen müssen, dass für die Gewerkschaftskundgebung der Platz vor dem Rathaus autofrei blieb. Da die 50 Politessen aber streikten, mussten die Gewerkschaftler selbst ran.

In Essen rief Verdi Streikende in den Dienst zurück, nachdem eine Weltkriegsbombe in einem Wohnviertel entdeckt worden war. Die Leute seien notwendig gewesen für Evakuierungs- und Sicherheitsmaßnahmen vor der Bombenentschärfung.

Wie schon am ersten Warnstreiktag blieben Busse und Bahnen kommunaler Betriebe auch am Donnerstag wieder in den Depots. Zahlreiche Pendler stiegen deshalb auf das Auto oder das Fahrrad um. Nach Angaben der Polizeileitstelle bildeten sich am Donnerstagmorgen auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen vermehrt Staus. Auch auf vielen Zufahrtsstraßen in die Innenstädte ging zeit- und stellenweise nichts mehr.

24.000 Teilnehmer bei Verdi-Demo in Dortmund

Rund 24.000 Streikende aus dem öffentlichen Dienst demonstrierten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Donnerstag in Dortmund für Lohnerhöhungen.

Verdi-Bundesvorstand Achim Meerkamp unterstrich dort die bisherigen Forderungen nach einer Lohnerhöhung um 100 Euro sowie zusätzliche 3,5 Prozent - und kritisierte die Arbeitgeberseite: Thomas Böhle, Präsident der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber, habe mit Privatisierung gedroht. "Wir lassen uns aber nicht unter Druck setzen", sagte Meerkamp. Für die dritte Tarifrunde am kommenden Montag und Dienstag kündigte er an, die Gewerkschaft werde nicht jedes Ergebnis unterschreiben.

Zu der Kundgebung in Dortmund - der größten in Nordrhein-Westfalen - reisten Beschäftigte aus der gesamten Region an. Bestreikt wurden am Donnerstag nach Verdi-Angaben unter anderem Nahverkehr, Kitas, Jobcenter und Stadtverwaltungen. - lnw

Quelle: wa.de

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