Mit mehr als 200 km/h auf Eisblöcken über den Flugplatz in Meinerzhagen

Mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde schaffen Elmar Geulen und Jürgen Köhler einen neuen Weltrekord auf demFlugplatz in Meinerzhagen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Weltrekorde wurden am Mittwoch auf dem Flugplatz Steinsmark aufgestellt. Der 53 Jahre alte Rennfahrer Elmar Geulen aus Euskirchen, auch bekannt als „Mr. Hayabusa“, und sein Partner, der Busfahrer Jürgen Köhler, wollten es endlich wissen.

Im Dezember hatten die beiden nach rund achtjähriger Vorbereitung gemeinsam mit dem ZDF am gleichen Ort mit großem Aufwand eine Außenwette für die Live-Show „Wetten, dass...?“ vorbereitet. Vergeblich, denn nach dem Unfall des ersten Wettkandidaten, des 23-jährigen Samuel Koch, hatte Moderator Thomas Gottschalk die Sendung abgebrochen. In eigener Regie setzten die beiden Extremsportler jetzt ihre Wettidee um.

2004 hatte das Duo bereits im Inlineskatefahren hinter einem Motorrad den Weltrekord aufgestellt, und mit einer Variante dieser Fahrweise hatten sie sich auch an der Fernsehshow beteiligen wollen. Doch sollte der Mann im Schlepptau diesmal nicht auf Inlineskates, sondern auf zwei Eisblöcken stehen, die aus einem großen Block geschnitten und mit Bindungen versehen werden mussten, bevor es auf die einen Kilometer lange Piste gehen sollte.

Zwei Fernsehsender inszenierten das Spektakel, das auch von weiteren Medienvertretern dokumentiert wurde und voraussichtlich 2012 im Guiness Buch der Rekorde vermerkt werden wird. „Es ist jedes Mal ein Höllenritt,“ beschrieb Jürgen Köhler seine Rolle als Mann hinter dem Motorrad nach den ersten Probeläufen, die noch auf Inlinern absolviert wurden. Die Rollen der Skates, die Geschwindigkeiten deutlich über 200 Kilometer pro Stunde aushalten müssen, sind eine Spezialanfertigung. Auch Elmar Geulens Motorrad, um 50 Kilogramm erleichtert, wurde speziell für dieses Unternehmen ausgerüstet und umgebaut.

Zentrale Bedeutung hatten bei diesem Weltrekordversuch vor allem Eisqualität und richtiges Zeitmanagement. Der seit 20 Jahren als Eisschnitzkünstler bekannte Horst Birrekoven hatte die beiden Weltrekordler mit seinem Wissen über die kalte Materie unterstützt: Für eine bessere Festigkeit war dem Eis Sauerstoff entzogen worden. Eine bestimmte (streng geheime) Temperatur bei der Verarbeitung, sorgte für mehr „Elastizität“. Während die beiden Akteure zwei Eisblöcke mit der Motorsäge ausgeschnitten und auf Bindungen montierten, wobei die verwendeten Schrauben bis zu ihrem Gebrauch gekühlt werden mussten, nässte Flughafenbetreiber Friedhelm Müllensieper, der das Unternehmen tatkräftig unterstützte, mit seinem Traktor und Tankanhänger bereits die Piste ein. Unverzüglich ging‘s dann auf die präparierte Strecke, bevor sie von der Sonne wieder getrocknet werden konnte. Mit 188 Stundenkilometern rasten Geulen und Köhler beim ersten Versuch über den Flugplatz. Das war bereits ein Weltrekord, denn auf diese Weise hatte noch niemand die Distanz gemeistert. Aber das Duo wollte mehr, eine 2 sollte vorne stehen. Auf 198,5 Kilometer pro Stunde brachten sie es beim zweiten Versuch, bei dem durch einen schlingernden Start Sekunden verloren gingen. Erst der dritte Versuch stellte die Rennfahrer zufrieden: 209,16 Kilometer pro Stunde wurden an der Lichtschranke erfasst.

„Wir sind schon verrückt. Mein Arzt sagt immer, ich sei anders krank,“ grinste Jürgen Köhler, dem die Gefahren seines Sports wohl bewusst sind, und der den Zuschauern als Zwischenspiel auch einen kleinen Auszug aus seiner Quad-Show gezeigt hatte, mit der er zurzeit unterwegs ist. „Aber wir sind nun Mal Extremsportler,“ ergänzte er achselzuckend, und widmete diesen Weltrekord dem schwerverletzten Samuel Koch. „Morgen heißt es dann wieder: Die Fahrkarten bitte! Dann sitze ich wieder bei 50 Kilometern pro Stunde im Bus,“ beschrieb er die „normale“ Seite seines Lebens. Über den Weltrekord berichtet RTL Donnerstag um 18 Uhr in seiner Nachrichtensendung. Von Sport 1 wird der Beitrag voraussichtlich in einer Woche bei „Bike“ ausgestrahlt. ▪ luka

Quelle: wa.de

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