Stadt Münster erneut Fahrradfahrer-Primus

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MÜNSTER - Münster ist und bleibt Deutschlands fahrradfreundlichste Stadt, aber gerade kleine Kommunen arbeiten sich in der Beliebtheitsskala der Radler weiter nach vorn. NRW-weit liegt Hamm erneut an der Spitze der „kleinen Großstädte“ (100000 bis 200000 Einwohner).

Von Robert Vornholt

Das sind einige Ergebnisse der Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC), bei der etwa 100000 Teilnehmer wichtige Aspekte für Radfahrer nach Schulnoten bewerteten. „Politisch und wirtschaftlich ist Fahrradfahren gewollt“, bilanziert ADFC-Landesvorsitzender Thomas Semmelmann die Ergebnisse.

Aber: „Fahrradfahren in NRW macht Spaß, fühlt sich aber nicht sicher an“, verwies er auf Defizite in vielen Kommunen. Während einige kleinere Städte (50000 bis 100000 Einwohner) wie Bocholt, Wesel und Ibbenbüren auch bundesweit zu den Erstplatzierten zählen, liegen Lüdenscheid, Menden und Siegen weiter am Ende der Liste.

„Radverkehrsförderung im Mittelgebirge ist besonders anspruchsvoll“, so der Kommentar. Das sei besonders Aufgabe der Kommunen, meint der ADFC-Chef, wenngleich er sich auch ein größeres finanzielles Engagement des Landes wünscht. „Ein Drittel der prämierten fahrradfreundlichen Kommunen liegen in NRW“, fühlt sich NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) auf seinem Weg bestätigt, neue Radschnellwegprojekte umzusetzen.

Immerhin hat das Land für Bürgerradwege, die mit großem Engagement von Privatpersonen verwirklicht werden, seit 2005 fast 15 Millionen Euro bereitgestellt, so dass 197 Wege mit 246 Kilometern geschaffen wurden.

Kritisch merkt ADFC-Geschäftsführer Ulrich Kalle an: „Niemand käme auf die Idee, die Schüppe in die Hand zu nehmen, um einen Autobahnanschluss zu bauen.“

Zu den Gewinnerstädten, die erhebliche Fortschritte für Fahrradfahrer umgesetzt haben, zählen Wuppertal als erstplatzierte Kommune unter den Großstädten sowie Iserlohn als zweitbeste kleinere Stadt.

Radfahrer ärgern sich übrigens besonders über „Störfaktoren“, etwa geduldetes Parken auf Radwegen, ungeeignete Ampelschaltungen, mangelnder Winterdienst und unzureichende Baustellen-Umfahrungen.

Quelle: wa.de

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