Martin Rütter begeistert im Kulturhaus

Hundeversteher Martin Rütter am Abend im Kulturhaus.

LÜDENSCHEID - Er hat vier Kinder, ist in Duisburg geboren und im Juni 42 Jahre alt geworden. Was weiß man noch so über Martin Rütter? Na, zum Beispiel, dass er angetreten ist, um die Welt von den Psycho-Macken zu befreien, die des Menschen bester Freund gelegentlich an den Tag legt.

Oder auch umgekehrt. So oder so markierte Rütter am Abend sein Revier in Lüdenscheid – sprichwörtlich, damit das klar ist.

Für den Hundeversteher war seine neue Show „Der tut nix“ das Warm-up, sozusagen der Testlauf für die Tournee. Ohne Kulisse, ohne Requisiten. Ein Aufwärmen, das dieser Mann nicht braucht(e). Die Lüdenscheider waren schon heiß. Nicht anders ist zu erklären, dass das Kulturhaus seit Monaten ausverkauft war. Von Beginn an suchte Rütter den Kontakt zum Publikum. Wer sei Hundebesitzer? Wer hat Angst vor Hunden. Und warum? Er tischte die ältesten aller Lügen auf: Der tut nix, der will nur spielen, und das hat er ja noch nie gemacht, um dann aus seinem eigenen Hunde(besitzer)leben zu erzählen.

Kommunikationsmissverständnisse seien das Hauptproblem, erläuterte der sympathische Bonner, ließ immer wieder das Saallicht aufflammen, um die Gäste direkt anzusprechen – „Statistisch ist hier jeder achte Besitzer von einem Mops“. Und die Kernfrage der Hunderziehung sei, wer da wen erzieht und am Ende sagt: „So isser brav!“ Mit amüsanten Vergleichen mit den Eigenschaften der Männerwelt wie dem Markieren des eigenen Weibchens, sobald der „Cola-Light-Mann“ auf der Fläche erscheint, unterhielt Rütter bis zur Pause bestens. Nach der Pause dann auch, nur irgendwie nicht mehr mit Geschichten über Hunde. Tränen konnte man lachen über die Darstellung der Rütter'schen Vasektomie, die den zu Beginn vollmundig aus dem Off angekündigten Beinamen „König der Kastraten“ unterstrich. Statt einer Zugabe gab's für drei Zuschauer die Möglichkeit, eine Frage nach dem seltsamen Gebahren des eigenen Hundes zu stellen.

Fazit nach bestens gelungenen zwei Stunden: Im ersten Teil geht's um Hunde, im zweiten mehr um Kabarett. Und auch das kann er, der König der Kastraten. - rudi

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