Zwischen Kritik und Verständnis

LÜDENSCHEID ▪ Zwischen 40 und 50 Jugendliche nutzten am Donnerstagabend die Gelegenheit, um sich bei Politikern und Mitarbeitern der Stadt beim Jugendhearing für ihre Belange einzusetzen.

An fünf Thementischen konnten die jungen Leute unter anderem mit Bürgermeister Dieter Dzewas, Annette Schwarz (FDP), Susanne Mewes (CDU), Michael Thomas-Lienkämper (Die Linke) oder Hermann Morisse (Grüne) ins Gespräch kommen.

Von Berührungsängsten war bei den Jugendlichen kaum etwas zu spüren: Sie zeigten Missstände auf, machten viele Verbesserungsvorschläge und zeigten auch Verständnis dafür, dass so manches Projekt auf Grund der leeren Kassen der Stadt nicht umsetzbar ist.

Kritisiert wurde zum Beispiel die Tatsache, dass der Jahnplatz immer noch brach liegt oder dass durch den Bau der Mensa am Zeppelin-Gymnasium wieder eine Grünfläche weggefallen ist. Überhaupt fehlt den Heranwachsenden eine zentrale Grünfläche, auf der sie sich aufhalten können. Aktuelle Themen wie die Abschaffung des Zivildienstes sowie die Probleme, die durch den durch das so genannte Turboabitur entstandenen Doppelahrgang auftreten könnten, wurden ebenso diskutiert. Vielen ging es so, wie der 18-jährigen Anna-Theresa. Sie fand es „interessant, mit den Politikern zu reden“ und meint, Jugendliche müssten mehr Eigeninitiative zeigen. Der Zivildienstleistende Moritz sieht das grundsätzlich genau so, meint aber auch: „Ob die Vorschläge so umgesetzt werden...“

Tatsächlich wirkten die meisten Politiker engagiert und interessiert. Zum Teil nutzten sie auch die Gelegenheit, um mal nachzufragen, wie bereits bestehende Projekte angenommen werden. Wie zum Beispiel Verena Kasperek (SPD), die sich erkundigte, wie das Familienbad Nattenberg bei den Jugendlichen ankommt. Einige andere Politiker schienen dagegen eher fehl am Platz und gingen nur bedingt auf die Anmerkungen der Heranwachsenden ein. Werner Giet vom Jugendamt wünscht sich, dass in Zukunft noch mehr junge Lüdenscheider an den Hearings teilnehmen. Mit dem neuen Veranstaltungsort und der Einbindung der Band „Höhenflug“ ist man den Jugendlichen zwar schon entgegen gekommen. Doch die Organisatoren werden auch weiterhin daran arbeiten, die Veranstaltung noch attraktiver zu gestalten. Nichtsdestotrotz war es für viele Schüler eine gute Möglichkeit, sich aktiv am politischen Geschehen vor ihrer Haustür zu beteiligen.

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