SPD-Veranstaltung zur Altstadt-Sanierung: Steuererhöhungen als reale Perspektive

Zwischen Aufwertung und Kostendruck

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Jens Voß (in der Mitte) moderierte die Veranstaltung. Mit auf dem Bild: Martin Bärwolf von der Stadt und SPD-Frau Karin Hertes.

Lüdenscheid - Hübsch, aber tot – so oder ähnlich hört sich das bisweilen an, wenn Lüdenscheider über ihre Altstadt reden. Seit Jahren geht das schon so. Jüngst aber hat die Diskussion über die Zukunft des Quartiers gewaltig an Fahrt gewonnen.

Der Grund dafür: das sogenannte Integrierte Handlungskonzept Altstadt (IHK). Dieses Instrument soll bekanntlich dazu dienen, den historischen Stadtkern spürbar aufzuwerten.

Politik und Verwaltung sind von den Aussichten höchst angetan. Dazu locken Fördergelder des Landes. Nach momentanem Stand könnte im März eine endgültige Entscheidung fallen, in welchem Umfang die Altstadt-Erneuerung stattfindet. Keine Überraschung daher, dass zu Jahresbeginn gleich mehrere Info-Veranstaltungen zu dem Großprojekt angepeilt sind.

Den Anfang machte jetzt eine Diskussionsrunde der SPD. Es referierte Martin Bärwolf, Leiter des städtischen Fachbereichs Planen und Bauen. SPD-Fraktionschef Jens Voß moderierte die Veranstaltung. Knapp 60 Besucher waren im Kulturhaus erschienen. Wortreich, aber keineswegs immer konkret sprach Bärwolf dabei über Grundzüge des Vorhabens.

Dessen Ziele sind oft benannt worden. Es geht um eine Belebung des Viertels, um die Stärkung von Handel, Gastronomie und Kultur sowie um die Erhöhung der Wohnqualität. Das alles bei Erhalt des typischen Altstadt-Charakters. Dafür sieht das IHK rund 75 Maßnahmen vor. Bärwolf konzentrierte sich dabei auf diverse „Schlüsselprojekte“.

Zu denen gehören Standort-Verlagerungen von Musikschule und Volkshochschule. Womöglich durch Errichtung eines Neubaus am Staberg, also außerhalb des engeren Altstadt-Areals. Weitere Kern-Vorhaben, die Bärwolf aufzählte: eine „barrierefreie Erschließung der Altstadt“, die Umsetzung eines „einheitlichen Pflasterkonzepts“, die Schaffung von Spielflächen sowie ein „Fassaden- und Hofflächenprogramm“.

Das Ideen-Bündel stieß an diesem Abends durchaus auf Wohlwollen. Eine Bürgerin drückte es so aus: „Diese Chance sollte sich die Stadt nicht entgehen lassen.“ Es gab aber auch kritische Gedanken. Gerade angesichts der Kosten. So dürfte das IHK nach aktuellen Schätzungen mit insgesamt 29 Millionen Euro zu Buche schlagen. Mehr als sechs Millionen müsste die Stadt selbst berappen. Für die Lüdenscheider würde das Steuererhöhungen bedeuten. Daran ließen weder Bürgermeister Dieter Dzewas noch Jens Voß große Zweifel. Voß’ Worte: „Daran kommen wir nicht vorbei.“

Dazu gesellt sich noch eine Beteiligung der Anwohner an bestimmten Ausbaukosten. Das räumte Bärwolf auf Fragen aus dem Publikum ein. - dt

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