Zweimal erdiger Rock für die Burgmauern

„Nice Gap“ aus Altena setzten sich, wie auch „Radotage“, gegen „Arresting Downfall“ und „Last June“ durch.

LÜDENSCHEID ▪ Jetzt stehen sie fest – die vier regionalen Bands, die beim diesjährigen „Burgrock“ am 3. September den Haupt-Acts die Bühne bereiten werden. Nachdem sich vor gut einer Woche „Ferryman“ und „The Bumblebee Massacre“ in Iserlohn qualifizierten, zogen am Samstag nun „Radotage“ und „Nice Gap“ nach. Das Publikum entschied per Stimmzettel. Schon während der jeweils halbstündigen Auftritte deutete sich an: Heute wird wird es eine knappe Entscheidung geben.

Noch nicht ganz voll war es vor der Bühne in der Alten Druckerei, als „Nice Gap“ vor die Menge traten. Dennoch nutzten die vier Jungs ihren an sich undankbaren Opener-Slot und rockten gut gelaunt drauflos. Sauber arrangierter, gut gespielter und souverän vorgetragener Radio-Rock brachte zu früher Stunde schon Stimmung ins Haus. Das war auch nicht anders, als anschließend „Arresting Downfall“ aus Meinerzhagen die Bühne enterten. Metalcore wird gegeben, technisch solide zelebriert, leidet aber unter einem schlechten, basslastigen Sound. Neues vermögen auch „Arresting Downfall“ der mittlerweile doch recht ausgereizten Metalcore-Formel nicht hinzuzufügen, dafür wirken die Songs zu sehr wie Stückwerk, und Überraschungen bleiben bei den weit im Voraus angekündigten Uptempo- und Breakdown-Parts ebenfalls aus. Dennoch versammeln sich vor der Bühne die ersten Pogo-Tänzer, moshen und feiern die fünfköpfige Band. Den Höhepunkt erreicht die Stimmung dann bei „Radotage“ – was nicht überrascht. Die fünf Lüdenscheider haben zum Heimspiel einige Freunde und Fans mitgebracht, die den eingängigen, aber durchaus detailverliebten und niemals stumpfen Rock abfeierten. Die Band machte mit Stickern, wie „Minnesänger“ und „Vorkoster“ klar, dass sie sich zu gerne auf der „Burgrock“-Bühne sehen wollen. Sänger König freute sich hier schon auf seinen Thron, den er auf der Burg Altena zu besteigen gedachte – mit gesundem, letztlich aber gerechtfertigtem Optmismus.

Als vierte und letzte Band im Bunde stellten sich „Last June“ aus Iserlohn dem Publikum. Abwechslungsreicher Rock mit Krawatten und eingängigen Refrains brachte Bewegung in die Menge vor der Bühne. Besonders die Gitarrensoli und -leads ließen aufhorchen, hätten aber zeitweise eine maßvollere Dosierung vertragen. Bevor das Ergebnis bekanntgegeben wurde, erspielten sich „Bukkl“ als Special Guest mit kräftigem Ska-Punk einige neue Fans. Schließlich nahm Uwe Krage vom Märkischen Kreis, dem „Burgrock“-Veranstalter, das Mikro in die Hand und verkündete die beiden Siegerbands, die sich von den anwesenden Anhängern ausgiebig feiern ließen. Jetzt fehlen nur noch die Headliner.ORTSMARKE ▪

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