Zwei Wochen nach Urteil: Schon wieder Einbruch

LÜDENSCHEID ▪ Vor zwei Wochen hat ihn der Jugendrichter wegen gemeinschaftlichen Raubes, Körperverletzung und Diebstahls verurteilt. Es setzte drei Wochen Dauerarrest und 60 Sozialstunden gegen den 19-Jährigen. Die Sozialstunden haben sich wohl erledigt, und aus dem Dauerarrest dürfte ein längerer Gefängnisaufenthalt werden. Denn neun Tage nach der Verurteilung erwischte die Polizei den jungen Lüdenscheider nach einem Wohnungseinbruch. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.

Freitag, 15. April, zwischen 10.40 und 12 Uhr: Der vorbestrafte und arbeitslose Schulabbrecher knackt zusammen mit einem Komplizen, einem 20-Jährigen aus Werdohl, das Schlafzimmerfenster eines Hauses an der Herscheider Landstraße. Das Duo schleppt allerlei Beute ins Freie: Schmuck, ein Fernsehgerät, eine Spielkonsole, ein Handy, einen Computer und mehrere Armbanduhren.

Lange haben sie aber nicht Freude an ihrem „Erfolg“. Zeugen haben die beiden beobachtet und liefern der Polizei eine „detaillierte Personenbeschreibung“, wie Polizei-Pressesprecher Norbert Pusch sagt. Am Tag nach dem Einbruch sieht einer der Zeugen, der geschädigte Wohnungsinhaber, den 19-Jährigen vom Auto aus zufällig im Vorüberfahren – und verständigt die Polizei. Bei der Festnahme verschwinden die letzten Zweifel an der Mitschuld des jungen Mannes – er trägt eine der gestohlenen Armbanduhren am Handgelenk, eine weitere in der Hosentasche. Über den Verbleib des Restes der Beute war gestern nichts zu erfahren.

Wiederum einen Tag später, es ist Sonntag, beantragt die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl, der Haftrichter am Amtsgericht schickt den Lüdenscheider in Untersuchungshaft. Sein Kumpel wird vernommen und wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen laufen – und dürften in einem erneuten Prozess vor dem Jugendrichter münden.

Ob es diesmal bei eindringlichen Ermahnungen des Jugendschöffengerichtes und einer erzieherischen Maßnahme bleibt, halten Beobachter für vergleichsweise unwahrscheinlich. Der Rückfall in alte Verhaltensmuster erfolgte nach dem Schuldspruch vom 6. April allzu schnell. Die Tatsache, das sich der junge Mann seit Monaten ohne festen Wohnsitz und Job in der Stadt herumgetrieben und wiederholt Straftaten begangen hat, spricht gegen ihn.

Olaf Moos

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