Zwei Raser trüben Top-Ergebnis in Lüdenscheid

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Auch an der Schlittenbacher Straße, einer von Bürgern gewünschten Kontrollstelle, waren die Beamten im Einsatz.

Lüdenscheid - Mit 99 und 97 Stundenkilometern statt der erlaubten 50 km/h wurden die beiden größten Temposünder beim „Blitz-Marathon“ im Kreisgebiet auf Lüdenscheids Straßen geblitzt.

Insgesamt lag die Anzahl der Kraftfahrer, die zu schnell unterwegs waren, in der Bergstadt mit 1,83 Prozent aber noch deutlich unter der kreisweiten Zahl von 2,52 Prozent. Von 3063 kontrollierten Fahrzeugen waren 56 zu schnell.

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Ein Fahrverbot handelten sich neben einer Geldbuße zwei Kraftfahrer ein, die auf der Altenaer Straße 49 km/h und auf der Heedfelder Straße 47 km/h zu schnell fuhren. Von den beiden Rasern abgesehen, zeige die erfreulich niedrige Prozentzahl erwischter Temposünder, dass das Ziel der bundesweiten 24-Stunden-Kontrolle (von Donnerstag 6 Uhr bis Freitag 6 Uhr) erreicht worden sei, erklärte Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski.

„Wir wollen mit unseren Maßnahmen eine Absenkung des Geschwindigkeitsniveaus und damit weniger Tote und Schwerverletzte im Märkischen Kreis erreichen, nicht die Verbesserung der Einnahmen“, sagte er. Denn zu schnelles Fahren sei die Unfallursache Nummer 1. Die Geschwindigkeit entscheide bei einem Verkehrsunfall über Leben und Tod. „Bei 50 km/h überleben acht von zehn Fußgängern einen Verkehrsunfall, bei 65 km/h sterben acht von zehn Fußgängern.“

Mit rund 20 Beamten waren die Polizeiwache Lüdenscheid, der Verkehrsdienst der Polizei südlicher Märkischer Kreis und die Bereitschaftspolizei Bochum in drei Schichten in Lüdenscheid im Einsatz, teilte Jens Naumann auf Anfrage der LN mit. Der Polizeihauptkommissar von der Führungsstelle Verkehr war der Koordinator der 24-Stunden-Aktion im Märkischen Kreis. Kreisweit wurde an rund 100 Stellen kontrolliert, in Lüdenscheid waren es beim mittlerweile fünften „Blitz-Marathon“ neun Messstellen. „Sechs davon waren Wut-Punkte, die uns von Bürgern zur Kontrolle gemeldet wurden“, sagte Naumann.

Beim zweiten Blitzmarathon konnten Bürger Stellen nennen, an denen sie gern dringend Geschwindigkeitskontrollen wünschen, weil sie sich durch Raser gefährdet sehen. Mehr als 500 solcher Wut-Punkte wurden damals vorgeschlagen, an 350 davon seien Kontrollen möglich, erläuterte Naumann.

Etliche davon seien bereits in die laufende Geschwindigkeitsüberwachung integriert worden. Ziel sei es, nach und nach alle Wut-Punkte auch ab und an zu kontrollieren. Die enorme Resonanz aus der Bevölkerung zeige, wie groß der Ärger über Raser sei.

Mit der Mammut-Aktion wolle die Polizei auch demonstrieren, dass „jeder jederzeit und überall damit rechnen muss, dass die Geschwindigkeit kontrolliert wird“, sagte Boronowski.

Zusätzlich zur Polizei waren noch die Radarwagen der Stadt Lüdenscheid (80 Verwarnungen) und des Märkischen Kreises (Zahlen werden erst später ausgewertet) im Einsatz. - wok

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