Lüdenscheider Chöre feiern 225 Jahre

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Die Vorsitzenden Wilfried Starosta (2.v.l., Bergstadtchor) und Sascha Benner (2.v.r., LMQ), freuten sich über die Urkunden des Chorverbandes. Redner des gestrigen Tages waren Dieter Dzewas, Hermann Otto und Dr. Eckhard Trox (v.l.).

LÜDENSCHEID – Empfang für außergewöhnliche Jubilare beim Bürgermeister: Der Bergstadtchor und das Lüdenscheider Männerquartett (LMQ) sind zusammen 225 Jahre alt. Auszeichnungen dafür gab es vom Deutschen Chorverband.

Dieser Sonntag gehörte vor allem den Sängern und ihren Angehörigen: Der Bergstadtchor und das Lüdenscheider Männerquartett (LMQ) wurden beide anlässlich ihrer diesjährigen Jubiläen von Bürgermeister Dieter Dzewas im Bürgerforum des Rathauses empfangen. Der Empfang bot den passenden Rahmen für Hermann Otto, Präsident des Chorverbandes NRW, die offizielle Ehrung im Namen des Deutschen Chorverbandes vorzunehmen. Die Urkunde für 125-jähriges Bestehen nahm der Vorsitzende des Bergstadtchores, Wilfried Starosta, entgegen, die zum 100. Geburtstag erhielt Sascha Benner, Vorsitzender des LMQ.

Deutsches Chorwesen und seine Bedeutung

Die Festrede mit einem Rückblick auf das deutsche Chorwesen und seine Bedeutung sowie in die Geschichte der beiden Vereine hielt Dr. Eckhard Trox, Leiter des Geschichtsmuseums. Grüße vom Sängerkreis Lüdenscheid überbrachte dessen Vorsitzender Thorsten Potthoff, der selbst im Bergstadtchor singt.

Aber das Jubiläum zweier Chöre wäre nichts ohne Musik. Zum Auftakt des Tages gestalteten beide gemeinsam das Hochamt in der katholischen Kirche St. Joseph und Medardus mit. Dafür hatten sie Lieder wie „Das ist der Tag des Herrn“ oder „All night, all day“ einstudiert. Auch der Empfang im Rathaus wurde mit Liedbeiträgen bereichert – zum Auftakt und Finale von beiden Chören gemeinsam. Während der Veranstaltung traten Bergstadtchor und LMQ separat auf. Das Volkstümliche dominierte bei der Auswahl der Stücke – „Am kühlenden Morgen“, „Kein schöner Land“ oder das Lied vom „Spielmann“ gehörten dazu.

Fundament der deutschen nationalen Bewegung

Diese Wahl passte sowohl zu den Ausführungen von Dr. Trox als auch von Otto. Dr. Trox erinnerte daran, dass Chöre wie die Schützen im 19. Jahrhundert das Fundament der deutschen nationalen Bewegung bildeten, zu einer Zeit, als es noch keine anderen politischen Vereinigungen gab. Ihr Ziel sei eine von deutscher Kultur geprägte föderative Nation gewesen. Volkslieder seien ein Instrument der Erziehung gewesen und sollten wie die Sängerfeste den Menschen eine Möglichkeit bieten, über Standesgrenzen hinweg kulturell miteinander zu verkehren.

Otto verwies auf Initiativen wie das „Singförderprojekt Toni“ des Chorverbandes NRW zur vokalpädagogischen Förderung von Kindern verschiedener Altersstufen, die auch die Förderung der Bildung ganz allgemein zum Ziel hätten. Gleichzeitig ermunterte er die Sänger weiter für ihre Aktivitäten in Gemeinschaft zu werben. „Singen ist ein verbindendes Element, egal welche Hautfarbe oder welche Gesinnung jemand hat.“

Wiederholt als Meisterchöre ausgezeichnet

Alle Redner hoben die hohe Qualität der Jubiläumschöre hervor, die beide wiederholt als Meisterchöre ausgezeichnet wurden. Dzewas dankte für die regelmäßigen Beiträge zum kulturellen Leben in der Stadt. Für die Sänger und ihre Angehörigen klang der Festakt mit einer gemütlichen Feier im Brauhaus aus. – gör

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