Viele alleinstehende junge Männer

Zuweisung von Flüchtlingen konstant hoch

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Das Haus an der Gartenstraße 52 ist fertig und wird noch in diesem Monat seiner Bestimmung übergeben.

Lüdenscheid - Es gibt keine Hochs und Tiefs mehr wie früher, sondern die Zahl der Flüchtlinge, die Zuflucht suchen in Lüdenscheid, ist seit knapp zehn Monaten konstant hoch und liegt bei 30 Menschen. „Darunter sind viele alleinstehende junge Männer“, sagt Thomas Ruschin, Fachbereichsleiter Recht und Soziale Dienste.

Sie seien schwerer unterzubringen als Familien. 400 Flüchtlinge seien in Lüdenscheid laut Asylbewerberleistungsgesetz bezugsberechtigt. Die Verweildauer in den Unterkünften liege bei vier Monaten. Zurzeit sei es in den Übergangswohnheimen an der Schnappe und am Nattenberg enger als üblich, aber wenn das Haus an der Gartenstraße mit 80 Plätzen zur Verfügung stehe, entzerre sich die Lage ein wenig. Lange dauert dies nicht mehr. Noch in diesem Monat rechne er mit der Schlüsselübergabe. „Die endgültige Abnahme steht kurz bevor.“

Wie berichtet, musste das Haus erheblich umgebaut, die sanitären Anlagen erneuert werden. Die Brandschutzauflagen machten den Einbau neuer Türen erforderlich. Nach außen wird dies deutlich sichtbar an einer Brandschutztreppe.

Aber auch nach Fertigstellung des Hauses an der Gartenstraße bleiben die Bemühungen um Wohnungen für Flüchtlinge unersetzlich. „Da gibt es bereits alle Modelle, sei es in Wohnungen der Lüdenscheider Wohnungsgesellschaft oder bei Privatleuten, die Räume zur Verfügung stellen. Auch Wohnungsgemeinschaften gibt es. Angesichts der konstanten Höhe der Zuweisungen aus Arnsberg, die sich auch kaum ändern dürfte, unter Umständen sogar noch höher wird, sind wir ständig auf der Suche“, sagt Thomas Ruschin.

In dem Koordinierungskreis, der sich aus dem Runden Tisch für Flüchtlinge entwickelt hat, gehe es unter anderem darum, dies zu organisieren, aber auch andere Hilfen wie Sprachkurse oder Unterstützung bei Behördengängen durch ehrenamtliche Helfer. „Da müssen wir immer wieder sehen, wo wir nachsteuern können oder Aufgaben bündeln.“ Das nächste Treffen ist Mitte August.

Auch innerhalb der Verwaltung wachsen die Aufgaben. Daher sind drei Stellen ausgeschrieben. „Aber die sind ja auch nicht von heute auf morgen zu besetzen.“ Bisher funktioniere trotz zusätzlicher Belastungen alles einigermaßen gut. Aber es warten neue Herausforderungen auf alle Beteiligten. „Die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge birgt neue Probleme. Da wissen wir noch gar nicht genau, in welcher Größenordnung wir davon betroffen sein könnten“, erklärt Thomas Ruschin. Und die Vorlaufzeit sei immer knapp. Nach einem Anruf vom Regierungspräsidium blieben nur fünf Tage, um sich auf die neue Zuweisung von Flüchtlingen vorbereiten zu können.

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