Zustand des EHEC-Patienten stabil

LÜDENSCHEID ▪ „Nur keine Panik“, rät Prof. Dr. Joachim Lorenz, Direktor der Klinik für Lungenerkrankungen, Intensivmedizin und Infektionskrankheiten in Hellersen, nachdem ein erster EHEC-Patient aus dem Märkischen Kreis auf der Isolierstation des Klinikums behandelt wird.

Der 59-Jährige, nach Informationen ein Lüdenscheider, sei erheblich krank, da auch die Nierenfunktion durch den aggressiven Darmkeim gestört sei. Aber insgesamt sei der Zustand des EHEC-Patienten stabil. Baulich ist die Isolierstation im Haupthaus so eingerichtet, dass der komplette Bereich abschließbar sei. Das aber sei nur bei hochinfektiösen Krankheiten wie zum Beispiel Thyphus erforderlich. In diesem Fall sei eine einfache Zimmerbarriere ausreichend. Ein eigener Zugang, Schleuse, Nasszelle auf jedem Zimmer und eine getrennte Entsorgung sind kennzeichnend für die Isolierstation, die insgesamt sechs Betten vorhält.

„Nicht nur bei besonders spektakulären Vorfällen wie der Schweine- und Vogelgrippe ist die Isolierstation in Hellersen notwendig, auch in der alltäglichen medizinischen Versorgung ist es sporadisch notwendig, Patienten auf die Isolierstation zu verlegen“, so Prof. Dr. Lorenz. Das sei zum Beispiel bei offener Tuberkulose der Fall.

Derzeit gebe es sehr viele Anfragen von besorgten Patienten im Klinikum, so der Direktor der Inneren Medizin II. Untersuchungen könnten nur bei einem begründeten Verdachtsfall vorgenommen werden, und dafür habe das Robert-Koch-Institut klare Kriterien formuliert.

Für die Diagnostik sei ein Gen-Test erforderlich und die entsprechenden Labore würden wie seinerzeit bei der Schweinegrippe mit Analyse-Nachfragen überflutet. Ob Nachweis oder nicht – für den Patienten ergäben sich daraus keine Nachteile. „Das Vorgehen ist das gleiche.“ So würden beispielsweise keine Antibiotika verabreicht. Für die Wissenschaftler seien Nachweise dagegen sehr wichtig, um auf die Ausbreitung reagieren zu können. - be

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare