Gerümpel statt neuem Leben

Alte Industriebrache droht zu vermüllen

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Der Überblick über das Gelände der ehemaligen Messingwalze führt zu Beschwerden von Nachbarn und Passanten - und ruft nun auch die Behörden auf den Plan.

Lüdenscheid - „Neues Leben in alter Schmelze“, so war vor knapp zwei Jahren ein LN-Bericht über ein vormals brachliegendes Fabriksken an der Brüninghauser Straße überschrieben. Jetzt steht das Grundstück gegenüber dem Schmiedemuseum Bremecker Hammer und nahe dem Verse-Bach wegen zunehmender Vermüllung unter Beobachtung der Behörden.

Der Besitzer, ein Lüdenscheider Unternehmer, hatte das Areal mit dem verwinkelten Komplex aus Schuppen und Anbauten – eine frühere Messingwalze aus dem 19. Jahrhundert – von Rudi Kuhlmann gekauft, der hier unter anderem Altmetall verwertete und Zinkbarren goss. Wie der Käufer sagte, wollte er das Anwesen auf Vordermann bringen, das Innere entrümpeln und als Lager nutzen und das Dach sanieren.

Doch zwei Jahre später bietet sich Passanten ein ganz anderes Bild. Das Grundstück ist übersät mit alten Gegenständen, bergeweise Brennholz, aber auch ausgedienten und abgemeldeten Fahrzeugen. Neben einem Mercedes und einem Volvo rottet ein großes Wohnmobil vor sich hin, ein alter Bagger parkt unter einem Plastikdach, das früher wohl Einkaufswagen-Schlangen vor Regen schützte. Ein stillgelegter Fendt-Traktor, Baumaterialien, Anhänger, Autoreifen, Baumaschinen, Stahlgestelle aller Art oder Plastikfässer trüben das ansonsten idyllische Bild der waldreichen Gegend.

Autos, Reifen und allerlei Gerümpel verunzieren vermehrt das Grundstück der alten Schmelze.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung waren Vertreter des Rechts- und Ordnungsamtes bereits mehrfach vor Ort, um die Lage zu prüfen. Pressesprecher André Westermann bestätigt, dass inzwischen auch die untere Wasserbehörde des Märkischen Kreises eingeschaltet ist. Deren Sprecher Hendrik Klein sagt: „Wir kennen das Grundstück.“ Schärfere Kontrollen seien veranlasst.

Baumatrialien, Metallschrott und Maschinen lagern durcheinander entlang des Areals an der Brüninghauser Straße.

Und es droht weiterer Ärger. In Nachbarschaft der alten Schmelze betreibt der Lüdenscheider Friseurmeister Peter Bubert einen großen Forellenteich samt Wochenendhaus – und beklagt: „Der Nachbar hat begonnen, mein Grundstück mitzunutzen.“ Doch auf Ansagen oder schriftliche Beschwerden reagiere der nicht. Nun hat Bubert einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt.

Der Fabriksken-Eigner gab zunächst keine Stellungnahme ab. - von Olaf Moos

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