Zurzeit sind 92 Kinder in Heimen untergebracht

LÜDENSCHEID ▪ Ausschläge nach oben hin können ganz schnell kommen, wenn zum Beispiel Eltern von Heimkindern aus einer anderen Stadt nach Lüdenscheid ziehen. Dann kann sich ruckzuck die Zahl der Kinder und Jugendlichen erhöhen, die unter der Regie des städtischen Jugendamtes in Heimen untergebracht werden müssen und damit steigen auch die Kosten immens. So passiert in Werdohl, wo seit März dieses Jahres 13 neue Heimfälle übernommen werden mussten, allein durch sieben zugezogene Eltern. Hinzu kamen sechs Fälle, die vom Werdohler Jugendamt veranlasst wurden. Mit rund 725 000 Euro zusätzlich wurde dadurch der städtische Etat belastet.

In Lüdenscheid sind nach Angaben des stellvertretenden Jugendamtsleiters Andreas Hein zurzeit 92 Kinder und Jugendliche in Heimen untergebracht. „Es gibt immer wieder Schwankungen wie in Werdohl. Wir hatten auch schon einmal 106, aber seit fünf Jahren ist die 90er- Grenze nicht mehr unterschritten worden“, sagt er. Mittelfristig erwarte er keine Besserung, sondern rechne mit einem gleich bleibenden Niveau. Das liege zu einem erheblichen Teil daran, dass die Gesellschaft nach den Todesfällen in der Vergangenheit sensibilisierter sei und eher auf Missstände in Familien hinweise. Auch im Rahmen der Sozialarbeit werde man empfindlicher. „Wenn etwas passiert, ermitteln die Staatsanwaltschaften im Rathaus.“ Inzwischen seien aber auch Eltern selbst eher bereit, von sich aus um Hilfe zu bitten, wenn sie überfordert seien. „Die Bereitschaft ist größer geworden, das Jugendamt als Helfer zu sehen und nicht als Gegner.“

Mit rund fünf Millionen Euro schlägt die Heimunterbringung zurzeit zu Buche. Hinzu kommen ambulante Hilfen. Mit 5000 Euro pro Monat wird die Unterbringung eines Kindes in einem Heim veranschlagt. Unterschiede gibt es aufgrund rechtlicher Grundlagen zwischen Minder- und Volljährigen.

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