Ausrufezeichen zum Auftakt

Florian Hesse

Von Florian Hesse

Bei einer Auftaktveranstaltung gleich von Aufbruchstimmung zu sprechen, wäre verfrüht. Ein Ausrufezeichen wurde am Donnerstag aber auf jeden Fall gesetzt. Mehr als 200 Menschen, zwei Drittel davon mit Wohnsitz oder Arbeitsplatz in der Altstadt, kamen zum Zukunftsforum.

Von dieser Resonanz allein könne man noch nichts kaufen, mögen Kritiker einwerfen. Aber das stimmt so nicht ganz. Sie ist ein deutliches Signal auch nach außen, dass nicht nur Interesse am Thema, sondern auch Handlungsbedarf besteht.

Zu vorzeitiger Euphorie besteht trotzdem kein Anlass. Es gibt keine Garantien für eine Förderung, und es wird auch keinen warmen Geldregen ohne eigenes Engagement geben. „Ohne Beteiligung der Eigentümer wird es nicht gehen“, hat der Bürgermeister am Donnerstag unmissverständlich klar gemacht. Und Bezirksregierung und Ministerien werden in Lüdenscheid sehr genau hinschauen. Die Stadt kann mit Millionen für das Regionale-Projekt der Denkfabrik sicher nicht als benachteiligt gelten.

Auch die inhaltliche Auseinandersetzung ist noch nicht erfolgt. Sie hat nicht einmal angefangen. Denn es gibt genug Konfliktpotenzial in der Altstadt. Die einen wollen dort ruhig wohnen, die anderen auch mal länger draußen sitzen, um ein Beispiel zu nennen. Ohne Kompromissfähigkeit auf allen Seiten wird es kein tragfähiges Handlungskonzept geben.

Aber bereits die anstehende Diskussion ist ein Schritt voran. Die Situation erinnert ein wenig an die frühe Phase der Denkfabrik und das zähe Ringen um die Regionale-Sterne, als klar wurde, dass der eingeschlagene Weg in Richtung Bildungsquartier auf jeden Fall weiter verfolgt werden würde. Ob der Altstadt das gleiche Glück beschieden sein wird, ist offen. Aber es gibt eine große Chance.

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