„Lima - Lyon - Lüdenscheid“

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Kunst auf Zeltplanen ist begleitend zur „Bauzaun-Aktion“ in der Galerie zu sehen.

Lüdenscheid - Raus aus den Akademien, rein ins Leben – dieser Grundsatz des Künstlers Joseph Beuys erreichte jetzt in Gestalt eines seiner Schüler Lüdenscheid: „1973 gesellt sich der umtriebige 17-Jährige unter die zahlreiche Schülerschar Josef Beuys’ an der Düsseldorfer Kunstakademie“ leitete Galerieleiterin Susanne Conzen in das künstlerische Leben von Hermann Josef Hack ein.

„Lima - Lyon - Lüdenscheid“ steht über dem Kunstprojekt „Zukunftsdenkmal“, das bis zum 9. April durch die Innenstadt und die meisten Schulen der Bergstadt tingeln wird. Soziale Plastik heißt hier wortwörtlich, dass jeder aufgerufen ist, etwas für die beiden durch die Stadt wandernden Bauzäune zu erstellen. Es geht um Kommunikation, schnell erfassbare Botschaften und eine ins Globale geweitete soziale Dimension der Kunst, verbunden mit dem Aufruf an jeden Einzelnen, über seine Handlungsmöglichkeiten nachzudenken.

Ein 14-Jähriger hat die Botschaft schon sehr konkret verstanden und so auf das Zukunftsdenkmal geschrieben: „Ich werde in Zukunft keine Tiere mehr verspeisen“, verspricht er tapfer. Nobel soll die Welt zugrunde gehen, meint ein anonym gebliebener Schreiber: „Spare Wasser, trinke Champagner!“ So und anders soll das Ganze weiterwachsen, um am Ende der Tournee durch die Bergstadt in der Galerie gesichtet zu werden. „Zukunft? Denk mal!“ wäre eine passendere Überschrift über diesem Aufruf. Arnd Fiedler zeigte sich im Namen der Kunstfreunde Lüdenscheid gespannt auf das Ergebnis.

Das Interesse an der Eröffnung war riesengroß: Rund 300 Besucher kamen in die Museen am Sauerfeld, um Hermann Josef Hack und den Fotografen Andreas Pohlmann kennenzulernen, der ihn seit 20 Jahren begleitet. Zu dem großen Andrang mochten auch Rüdiger Hoffmann und der Lions Club Medardus beigetragen haben, auf dessen Initiative die Ausstellung zustande kam.

In Krisenzeiten präsentiert sich die Aktion als eine spannende Ausweitung von Joseph Beuys’ sozialer Plastik ins Globale. Die beiden Künstler verfolgen ihre Projekte deshalb genauso in Lima und in Lyon, in Lüdenscheid und in den Flüchtlingslagern der Welt sowie in der von den Künstlern gegründeten „Ersten Flüchtlingsakademie der freien Künste“.

Bürgermeister Dieter Dzewas erinnerte in seinem Grußwort daran, dass Globalisierung sich nicht auf Waren und Dienstleistungen beschränken darf und freute sich über die mannigfachen Bemühungen der Lüdenscheider um die Integration ihrer Flüchtlinge.

Dieses Thema taucht auch in den ausgestellten Kunstwerken von Hermann Josef Hack immer wieder auf. Die Besucher nahmen sich an einem bemerkenswert kommunikativen Abend sehr viel Zeit für Entdeckungen auf den großen Gemälden und kleinteiligen Piktogramm-Collagen von Hermann Josef Hack. Das Zukunftsdenkmal steht Samstag von 11 bis 17 Uhr neben Onkel Willi auf dem Sternplatz und freut sich über konstruktive Beiträge aller Art.

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