Zukunft zwischen Bach und Berg

„Drahtumformtechnik Kämper“ erweitert erneut. Im Bild: Firmenchef Thomas Müchler (r.) und Prokurist Jens Haack.

Lüdenscheid - Der Herzschlag des Spezialisten für komplizierte Drahtbiegeteile stammt von alten Schlagbiegemaschinen, deren rhythmische Produktivität auch akustisch belegt, dass der Laden läuft bei „Kämper Drahtumformtechnik“ an der Altenaer Straße 184.

Diese alten „Experten“ sind so unverzichtbar für die Produktion wie modernste Maschinen. „Kämper“ hat Erfahrung darin, gekonnt Altes mit Neuem zu verbinden – nicht nur bei der maschinellen „Zeitreise durch die Fertigungstechnologien“, auch baulich. Im 125. Jahr seines Bestehens erweitert der Betrieb erneut am althergebrachten Standort, „zwischen Bundesstraße, Bach und Berg“, wie es der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Müchler (53) schmunzelnd beschreibt. Die Investition von 1,5 Millionen Euro erweitert den Fertigungs- und Logistikbereich um rund 1100 Quadratmeter. Damit erstreckt sich das Firmengebäude über genehmigungskomplizierte 140 Meter längs der Straße.

Seit Thomas Müchler vor 23 Jahren die Regie im Familienbetrieb übernahm, ist es das fünfte Bauprojekt, das die 70-Mitarbeiter-Firma auf die wirtschaftlichen Erfordernisse der nächsten Zukunft einstellt. Weil die immer schneller kommt, wird es vermutlich nicht das letzte bleiben. Vorausschauend hat man so gebaut, dass sich sowohl die neue Produktionshalle als auch der 2007 gebaute Verwaltungstrakt aufstocken lassen. Eine Komplettverlagerung in ein Neubaugebiet reizt den Unternehmer nicht, der als Betriebswirt (VWA) gute kaufmännische Prinzipien hochhält: „Wir haben immer alles mit Augenmaß gemacht. Man muss ruhig schlafen können.“

Dann darf man auch ruhig feiern – und zwar bevor die neue Halle im Herbst mit einem Verschieberegal ausgestattet wird, das die Fläche maximal ausnutzen soll. Die Logistikerweiterung liefert 1000 Stellplätze für Halbfertig- und Fertigfabrikate. Für den Automobilzulieferer sind ausreichende Lagerkapazitäten wichtig, um „just in time“ auf Kundenwünsche reagieren zu können. Nur so könne man modernen Logistikanforderungen gerecht werden, heißt es. Dabei ist die Automobilindustrie, für die der Drahtumformer überwiegend tätig ist, nicht der einzige Abnehmer der speziellen, bei Bedarf auch dreidimensional gebogenen Teile. Branchenmix ist dem Mittelständler wichtig, der unter anderem auch Langschaftschrauben für Elektromotoren liefert, der für die Möbelindustrie ebenso fertigt wie für den Apparatebau. Zugleich mag man kniffelige technische Herausforderungen, die den Ruf des Spezialisten für Weiterentwicklungen in der Nische festigen. Das nötige Selbstbewusstsein, sich Neuem neugierig zu stellen, gründet auf dem Firmenmotto: „Erfahrung wächst.“

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