Nieland selbstkritisch

Techno-Event: Zukunft der Electronic Nation offen

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Wie es mit der Electronic Nation weitergeht, ist derzeit noch offen. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Nachdem die neunte Auflage der Electronic Nation am Samstag mit knapp 1500 Ravern deutlich hinter den Besucherzahlen der letzten Veranstaltungen zurückgeblieben ist, machen sich Organisator und Mastermind Phillip Nieland und sein Team Gedanken darüber, wie es mit der Veranstaltung weitergehen soll. Derzeit sei die Zukunft des Techno-Events offen.

„Wir sind nicht übermäßig traurig, aber natürlich auch alles andere als glücklich“, erklärte Nieland gestern mit Blick auf die Besucherzahlen. Und übte Kritik an der Berichterstattung: „1500 Leute sind immer noch eine ganze Menge. Und sonst eine Zahl, die bei anderen Veranstaltungen in Lüdenscheid in der Presse als Erfolg gefeiert wird“, gibt Nieland zu bedenken. Zumal das Feedback der DJs, die in der Schützenhalle am Loh auflegten, und der Besucher auf die Electronic Nation erneut überaus positiv ausgefallen seien.

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Dennoch gelte es, die Veranstaltung an sich kritisch zu hinterfragen. Bereits bei den „letzten drei, vier Events“ sei die Zahl der Raver leicht zurückgegangen. „Ein normaler Prozess bei Events, die sich etabliert haben“, bemerkt Nieland. Zumal das Techno-Spektakel immer noch jedes Mal rund 2000 Raver angelockt habe. Nach dem – auch angesichts des erneut hochkarätigen Line-Ups und der neuen Bühne mit LED-Anlage – unerwarteten Einbruch bei den Besucherzahlen stellt sich Nieland allerdings die Frage, ob das Interesse an der Electronic Nation generell zurückgeht. „Wenn sich das einpegelt, macht es natürlich keinen Sinn mehr“, betont der Chef von Rock Inc., der außerdem den Club Johnny Mauser betreibt.

Option: Nur noch eine Veranstaltung pro Jahr

Mit Blick auf die letzte Veranstaltung gibt sich Nieland selbstkritisch. „Vielleicht sind zwei Auflagen pro Jahr einfach zu viel“, sagt er. Auch der Zeitpunkt Mitte April sei nicht optimal gewählt gewesen. Einerseits weil viele Schüler mitten in den Abitur-Prüfungen steckten. Andererseits weil mit dem „Time Warp Festival“ in Mannheim Anfang und der „Mayday“ in Dortmund Ende April zwei weitere Techno-Großveranstaltungen anstanden bzw. noch folgen.

Aufgeben will Nieland sein Mega-Event jedoch nicht. „Ob es eine weitere Auflage geben wird, ist noch nicht hundertprozentig sicher, aber ich würde gerne weitermachen und glaube an die Veranstaltung“, betont er. Und wehrt sich gegen Kritik an vermeintlich überteuerten Preisen, die einige Besucher geäußert hätten. „Wir sind nicht teurer als andere Techno-Veranstaltungen, im Gegenteil: Zum Teil bezahlt man schon in Clubs denselben Eintritt, hat dann aber nicht einmal solch namhafte Headliner“, gibt Nieland zu bedenken. Was viele Besucher zudem nicht wüssten: Es werde immer schwieriger, Sponsoren und somit finanzielle Unterstützung für ein solches Großereignis wie die Electronic Nation zu gewinnen. „Mir ist es wichtig, in Lüdenscheid etwas Besonderes zu einem fairen Preis anzubieten – aber nicht auf Kosten des Niveaus“, sagt Nieland. ▪ Sven Prillwitz

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