Hamster, Goldfische und Wellensittich

Zoohaus im MK: Immer mehr Käufer wollen Tiere nach der Pandemie umtauschen

Die Zoohandlung von Petra Heßmert und Kai Kesper durfte während des Lockdowns geöffnet bleiben.
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Die Zoohandlung von Petra Heßmert und Kai Kesper durfte während des Lockdowns geöffnet bleiben.

Fische, Kleinnager, Vögel oder Schildkröten: Während des Lockdowns gab es einen regelrechten Ansturm auf Haustiere – auch im Zoohaus Welke in der Lüdenscheider Innenstadt. Inzwischen ist die Begeisterung für den tierischen Familienzuwachs in einigen Fällen aber wieder abgeebbt. Die Haustierkäufer wollen Hamster, Wellensittich und sogar Goldfisch umtauschen.

Von Fabienne Schwarzer

Lüdenscheid - „Am Anfang gab es erst einen starken Einbruch der Verkäufe, doch nach zwei Monaten gingen die Zahlen plötzlich nach oben“, berichtet Petra Heßmert, Mitarbeiterin des Zoohauses Welke. Die Zoohandlung durfte geöffnet bleiben, da der Betrieb durch den Tierfutterverkauf dem täglichen Bedarf zugeordnet worden war. Der Ansturm habe mit dem vermehrten Kauf von Fischen begonnen, erinnert sich Heßmert. „Die Leute hatten plötzlich Zeit, sich umzuschauen und bemerkten, dass das Aquarium leer ist oder die Vögel einen größeren Käfig brauchen.“ Der Andrang wurde so groß, dass Geschäftsführer Kai Kesper teilweise nicht mehr gewusst habe, wie er neue Tiere beschaffen sollte.

Doch in der Zoohandlung habe sich nicht nur die starke Nachfrage nach Kleintieren bemerkbar gemacht, sondern „auch Welpengeschirre und Katzenklos wurden viel mehr gekauft als üblich“, sagt Heßmert. Das Angebot der Tierhandlung Welke bezüglich der Urlaubsbetreuung von Kleintieren sei dieses Jahr ebenfalls häufiger genutzt worden als in den Jahren zuvor.

Hohe Verkaufszahlen und ihre Schattenseiten

Die hohen Verkaufszahlen hatten aber auch eine Schattenseite. Das Zoogeschäft bekomme nun viele Anfragen von Kunden, die ihre Tiere zurückgeben möchten. Auch ohne Corona-Pandemie war das in der Vergangenheit vorgekommen, allerdings häufig vor den Sommerferien. Diesmal kämen die meisten Umtauschnachfragen aber nach den Ferien. Die Antwort des Verkaufspersonals bleibt aber gleich: „Nein, wir nehmen keine Tiere zurück. Es ist grausam, Tiere so herumzureichen, wie manche Leute es sich vorstellen“, erklärt Heßmert. Geschäftsführer Kesper erzählt: „Einmal wollte jemand einen Fisch kaufen, diesen dann einfach in einer Blumenvase halten und ihn nach dem Lockdown zurückgeben. Das geht natürlich überhaupt nicht.“

Hirse ist aktuell nicht zu beschaffen

Doch die Zoohandlung hat ein weiteres Problem: „Die einfachsten Dinge sind aktuell nicht zu beschaffen, beispielsweise Hirse. Durch die Brände in der Türkei und in Griechenland fehlen Ernteerträge, die wir für das Futter brauchen.“ Außerdem seien nun die Kosten für eine Containerlieferung häufig teurer als die transportierte Ware.

„Ich hoffe einfach, dass es zu keinem weiteren Lockdown kommt, denn wir dürfen zwar geöffnet bleiben, doch Lüdenscheid ist dann wie ausgestorben und uns fehlt die Laufkundschaft“, erklärt Kesper. Häufig hätten in den beiden Lockdowns, trotz Angabe im Internet, viele Kunden nicht gewusst, dass das Zoohaus Welke weiterhin geöffnet hatte.

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