Reiner Hänsch legt "Sauerland live" vor

Reiner Hänsch war mit Zoff Anfang August zu Gast im Kult-Park.

Lüdenscheid - „Zoff“-Gründer Reiner Hänsch hat mit dem Titel „Sauerland Live“ druckfrisch 14 Abenteuer der Knippschilds vorgelegt. Alltagsgeschichten aus Leckede, einem fiktiven Ort mitten da, wo die Misthaufen qualmen und es keine Palmen gibt. Im Land der tausend Berge. Wir haben reingeschaut.

Der Sauerländer als solches ist irgendwie ein schrulliges Gebilde. Das weiß eigentlich jeder, der mal mit „solchen“ zu tun hatte oder selbst ein solcher ist. Im Grunde braucht’s dafür keine Literatur. Die Sauerländer untereinander verstehen sich dann schon. Und die Einblicke in das Leben der Familie Knippschild lassen einen ein um’s andere Mal nicken und denken: „Dat is’ so, woll?“

Hänschs Familie Knippschild sind Mutter Steffi, Sohn Max und Vater Alex, Chefredakteur des „Sauerlandbeobachters“. Und eigentlich sind die 14 Episoden auch keine Abenteuer, sondern ganz normale Erlebnisse auf nahezu 400 Seiten.

Gleich die erste Episode macht das Kino im Kopf an. Der Besuch einer alten Dame im Handyladen, weil ihr „We-Lahn“ nicht mehr dort ist, wo es hingehört, einschließlich der bornierten Grundhaltung der Handyexperten und des ritterlichen Eingreifens von Alex Knippschild. Schön auch der Bummel auf dem Dortmunder Westenhellweg. Quasi ein Ausflug der Sauerländer in die Großstadt mit der verzweifelten Suche nach einer Herrenjeans zwischen wilden Kriegern und Händlern. Oder der Besuch beim Frisör Kaiser, der für Alex eher ein Gang zum Schafott ist, die Diät von Mutter Steffi oder eben dieselbe als Frau am Steuer des heiligen Familienmobils.

Die Episoden enden jeweils mit einer von Hänsch erdachten Weisheit. So was wie „Nä, so wat passiert dir nich’? Eines Tages ham se Dich“! im Anschluss an ein Abenteuer rund um eine Autofahrt und die Promillegrenze. Noch einer? „Willze ein auf Styling machen, kannet sein, dat alle lachen“. Lustig macht sich der gebürtige Letmather Hänsch in seinen Zeilen aber nicht über „seine“ Sauerländer, ist doch manch privates Erlebnis zur Grundlage für eine Episode geworden. Da der Sauerländer ja oft und gern aus mehreren Worten eins macht und das „g“ dort benutzt, wo's ihm passt, sind die Dialoge im Sauerländer Dialekt geschrieben. „Die hamse donnich alle“ , „Kennze mich nich’ mehr“ oder auch „Mussich ma kucken, obbich so wat habe“.

Im Grunde kann man die Abenteuer der Knippschilds aber in jedem Bundesland ansiedeln, weil sie einfach nur menschlich sind. Kleine, aus dem Leben gegriffene Stückchen aus Leckede, einem Ort mitten im Land der tausend Berge. Reiner Hänsch geht mit seinem Anfang August erschienenen viertes Buch „Sauerland live“ auf Lesereise. Im Kreis ist er am 6. Oktober in Iserlohn (Buchhandlung Scholz), am 9. Oktober in Hemer, am 11. Oktober im Bürgersaal in Herscheid und am 12. Oktober in Altena (Möbelhaus Lechtenbrink).

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