Zigarettenhändler vor Gericht: Junger Raucher lügt

LÜDENSCHEID ▪ Einer kam durch: Der Verkauf von Zigaretten an Jugendliche ist verboten, trotzdem müssen Kiosk-Betreiber – wie berichtet – immer wieder Verwarnungsgeld bezahlen. Doch der Inhaber einer Lottoannahmestelle mit Tabakverkauf in der Innenstadt hat sich vor Gericht erfolgreich gewehrt. Seinen Namen mag er nicht nennen. „Sonst hat das Ordnungsgamt mich gleich wieder auf dem Kieker.“

Einem 13-Jährigen soll der Händler im vergangenen Jahr Zigaretten verkauft haben. „Ich war 100-prozentig sicher, dass das nicht stimmt“, erinnert er sich. Also legte er Rechtsmittel gegen den Bescheid ein. Zwei Verhandlungstage vor dem Amtsgericht waren nötig, eine Reihe von Zeugen musste geladen werden. Ein 18-Jähriger, Freund des jungen Hauptbelastungszeugen, habe die Aussage verweigert. Und schließlich habe der Schüler zugegeben: „Ich habe gelogen.“

Mit Zigaretten aufgegriffen haben die Mitarbeiter des Ordnungsamts-Außendienstes – „Ein-Euro-Jobber als Hilfssheriffs mit null Ahnung“, wie der Lotto-Mann sagt – den Jungen nicht in der Nähe seines Geschäftes im Stadtkern, sondern an einer Bushaltestelle nahe dem Kreishaus an der Heedfelder Straße. Das nährt den Verdacht, diese städtischen Bediensteten würden Jugendliche zu falschen Aussagen drängen – oder aber zu Testkäufen veranlassen, um eine Handhabe für ein behördliches Verfahren zu schaffen.

Stadtpressesprecher Wolfgang Löhn beantwortete die Frage nach beauftragten Testkäufen gestern gegenüber den LN kurz und bündig. „So was gibt es bei uns nicht.“

Olaf Moos

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