„Zepp“-Schulleiter wechselt zum RP Arnsberg

„Zepp“-Schulleiter wechselt zum RP Arnsberg

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Dr. Stefan Werth verlässt den Staberg.

Lüdenscheid - Am Staberg endet mal wieder eine Ära. Dr. Stefan Werth (51), seit 1. Februar 2006 Leiter des Zeppelin-Gymnasiums, hatte gestern seinen letzten Arbeitstag als Chef des „Zepp“. Künftig wird er als Qualitätsprüfer das Schulsystem im Regierungsbezirk Arnsberg begleiten und fördern. Im LN-Gespräch schaut er zurück und nennt Ziele.

Von Olaf Moos

Die Schränke im Zimmer des „Direx“ sind bereits ausgeräumt. Platz für die Nachfolge. Das passt zu einem wichtigen Wesenszug des scheidenden Chefs. Nicht zaudern, nicht rumtaktieren und abwarten – sondern anpacken, handeln, weitergehen! „Ich hatte für mich nie die Perspektive, 25 Jahre lang diese Schule zu leiten“, sagt er. Und in diesem Glauben habe er sein Umfeld auch nie gelassen.

Und er will seinen Wechsel auch nicht als Flucht vor einem anstrengenden Schulalltag verstanden wissen. „Dieser Schritt ist keine Entscheidung gegen etwas“, sagt er – am allerwenigsten gegen das „Zepp“. Er glaube vielmehr fest daran, „dass es gut ist, wenn man offen bleibt für Veränderungen“.

Vorschnellen Urteilen zum Trotz zieht sich der gebürtige Lüdenscheider nicht auf einen warmen Verwaltungssessel zurück, um in langsamen Schritten dem Ruhestand entgegenzuschleichen. Als Qualitätsprüfer reist er mit Spezialistenteams von Schule zu Schule. Interviews mit Lehrern, Schülern und Eltern sollen geführt und ausgewertet werden, Stärken und Profile von Schulen im Dialog mit Machern herausgestellt und weiter gefördert werden.

„Wir sind kein Schul-Tüv, der ausschließlich Mängel darstellt“, sagt Dr. Werth, „sondern wir helfen, Impulse für positive Veränderungen zu geben“. Und: „Wenn man eine solche Tätigkeit wählt, damit es ruhiger wird, dann ist man auf dem Holzweg“. Es werden lange Tage und viele Reisen dabei sein, das ahnt er mit dem Lächeln eines Mannes, der sich mit Lust und Kraft auf die neue Aufgabe stürzt.

Dass der Regierungspräsident ausgerechnet Dr. Stefan Werth für den Job wollte und ihn quasi vom Staberg abgeworben hat, kommt nicht von ungefähr. „Ich befasse mit seit Jahren nebenbei mit der systemischen Schulentwicklungsberatung.“

Das Wortungetüm meint unter anderem die ganzheitliche Sichtweise – und beschreibt gleichzeitig das Credo des Pädagogen Werth. „Der Bildungsbegriff hat sich längst gewandelt“, doziert der Oberstudiendirektor. „Es geht nicht nur darum, nur Fakten zu lernen, sondern junge Menschen zu befähigen, lebenslang lernen zu wollen, Stabilität zu leben, offen für alles zu sein und Freude an Leistung zu haben.“

Da blickt einer zufrieden auf seine zurückliegenden Berufsjahre. Als Dr. Werth vor achteinhalb Jahren die Nachfolge von Dr. Manfred Vonderschen antrat, „habe ich eine ordentlich aufgestellte Schule übernommen, in der aber viele Entwicklungsaufgaben noch beargwöhnt wurden“.

Merkmale wie die Stärkung der individuellen Förderung oder die Kooperation mit zahlreichen Partnern außerhalb der Schule haben das Image des alten „Zepp“ als modernes Gymnasium geprägt – ein Hort „für ganz unterschiedliche Menschen, die offen, freundlich und friedlich miteinander umgehen“. Man könne verbinden, man könne auch spalten, sagt Dr. Stefan Werth. „Ich habe mich stets für ersteres entschieden.“ Und dabei will er bleiben, egal wo sein Schreibtisch steht.

Machen Sie’s gut, Herr Dr. Werth! Und schauen Sie mal wieder vorbei!

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