Zepp-Schüler triumphieren in Stuttgart

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Die Mitglieder von „F1 In Space“ und die Physiklehrer Stefanie Breitkopf und Dr. Dirk Köster präsentieren die Auszeichnungen. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Mit großem Selbstbewusstsein waren sie bereits angereist, mit noch breiterer Brust kehrten sie zurück: Das Team „F1 In Space“, bestehend aus sechs Schülern des Zeppelin-Gymnasiums, holte am Samstag in Stuttgart bei den Deutschen Meisterschaften des Technologie-Wettbewerbs „Formel 1 in Schools“ in der Juniorenklasse U15 den ersten Platz.

Die vier Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die das „Hai Speed Racing Team“ bilden, wurden in der Seniorenklasse nach Punktabzügen Sechster.

„Als der Zweitplatzierte genannt wurde und unser Name noch nicht gefallen war, haben wir es gar nicht glauben können“, erinnert sich Lennart Wengst von „F1 In Space“, das im März die NRW-Meisterschaften in Bochum gewonnen hatte (wir berichteten). „Die Unterschiede zwischen den Teams waren in Stuttgart nur minimal. Wir hatten uns zwar viel vorgenommen, aber nicht unbedingt damit gerechnet, auch zu gewinnen“, sagt Wengst.

Die Bergstädter wurden im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart nicht nur mit dem Titel des Deutschen Meisters ausgezeichnet, sondern auch mit dem Konstruktionspreis für das beste Auto. „Vor allem mit unserem Konzept der Pendelachse konnten wir bei der Jury punkten“, sagt Henrik Galla. Auch bei der mündlichen Präsentation des Marketingkonzepts und der Konstruktion des Mini-Rennwagens hatte „F1 In Space“ am Ende die Nase vorn gegenüber den acht weiteren Teams in der Juniorenklasse.

Rekordzeit um zwei Hundertstel verbessert

Was die sechs Schüler, die von den Physiklehrern Stefanie Breitkopf und Dr. Dirk Köster ins Schwabenland begleitet wurden, ebenfalls freute: Die Optimierungen, die das Sextett nach den Erfahrungen beim NRW-Wettbewerb an dem neuen Rennwagen vorgenommen hatte, zahlten sich auch auf der Strecke aus: Die 20-Meter-Distanz legte der Mini-Bolide in 1,140 Sekunden zurück – und war damit in Stuttgart um mehr als zwei Hundertstel schneller als in Bochum (1,162).

Vom Pech verfolgt war dagegen erneut das „Hai Speed Racing Team“: Weil während eines Rennens ein Rad an ihrem Mini-Rennwagen abbrach und sie ein Ersatzmodell ins Rennen schicken mussten, verteilte die Jury zehn Strafpunkte an die vier Jungen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Bereits beim NRW-Wettbewerb hatte ein Materialschaden den Lüdenscheidern zu schaffen gemacht, als ein Spoiler abgebrochen war. „Das ist ärgerlich. Die Jury hat hinterher gesagt, dass die ersten sieben Teams ziemlich eng beieinander lagen. Vielleicht hätte es bei uns also noch zur Teilnahme an der WM gereicht“, so Kilian Blechheim. 15 Teams waren in der Seniorenklasse an den Start gegangen. Die drei Erstplatzierten starten bei den Weltmeisterschaften des Projekts.

Immerhin: Für ihr Aerodynamik-Prinzip – geringerer Luftwiderstand dank spezieller Rillen, abgeschaut von der Hautbeschaffenheit des Haifischs – wurden die Vier mit dem Innovationspreis ausgezeichnet. Beim K.O.-Rennen, das die 16 schnellsten Teams außer Konkurrenz austrugen, schaffte es das „Hai Speed Racing Team“ bis ins Viertelfinale und scheiterte dort erst am späteren Sieger der Seniorenklasse, „Aero GP“ aus Hamburg. Die Bestzeit der Lüdenscheider lag bei 1,139 Sekunden.

Prominente Besucher beim Bundesfinale

Alle Schüler wollen auch im nächsten Jahr wieder an dem Wettbewerb teilnehmen. Dieser scheint sich immer größerer Beliebtheit zu erfreuen. Am Samstag war mit Andrew Danford der Erfinder und Vorsitzende von „Formel 1 in Schools“ zu Gast. „Er hat sich gefreut, dass sich das Projekt so gut entwickelt hat und die Teilnahme international und vor allem in Deutschland sehr beliebt ist“, fasst Kilian Blechheim die Aussagen Andrews zusammen. Ein weiterer prominenter Gast in Stuttgart war Bernd Schneider, Ex-Rennfahrer und Rekordsieger bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. ▪ Sven Prillwitz

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