Zepp: Neues Führungsgespann

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Ein eingespieltes Führungsteam, das sich ergänzt: Zepp-Schulleiter Sebastian Wagemeyer (links) und sein Stellvertreter René Jaques.

Lüdenscheid - Das „Bitte nicht berühren“-Schildchen am Zepp-Relief hätte Sebastian Wagemeyer fürs Foto am liebsten abgeknibbelt. Doch erstmal bleibt’s, wo’s ist. Tradition behutsam in modernes Fahrwasser zu bringen, ist ein Credo des Schulleiters am Staberg und seines Stellvertreters René Jaques. Das neue Führungsgespann mit BGL-Wurzeln packt die Leitung der Lüdenscheider Institution mit Freude und Ideen, solider Fachkenntnis und dem Wunsch nach Gestaltung an.

„Hier herrscht ein sehr, sehr menschlicher, offener Umgang miteinander. Da fühle ich mich hundertprozentig wohl“, lautet Wagemeyers Eindruck nach den ersten Tagen am neuen Schreibtisch.

Würde der 38-jährige Lüdenscheider an den Wink des Schicksals glauben, dann war der Weg zum Zeppelin-Gymnasium vorherbestimmt: Er und das Gebäude sind am selben Tag „geboren“: „Am 20.9.1890 ist das Gebäude eingeweiht worden“, sagt er und lacht.

Als heimisches Gewächs ist er Exot sowohl als Lehrer als auch als Schulleiter. Denn immer seltener leben und wirken Lehrer auch in der Stadt, in der sie unterrichten.

Für Wagemeyer, der am Bergstadt-Gymnasium Lüdenscheid Abi gemacht hat, an der Ruhr-Uni Bochum Englisch und Geschichte studiert und nach dem Referendariat am BGL anfing, war Weggang nie ein Thema. Trotzdem blickt er über den Tellerrand hinaus.

Koordination, Organisation, Uni-Seminare zur Studentenfortbildung, Arbeit für die Qualitäts- und Unterstützungs-Agentur (Qua-lis NRW) – das hat ihn auf die neuen Aufgaben vorbereitet: „Ich habe immer versucht, nach rechts und links zu gucken.“ Zudem singt er und spielt Gitarre, sitzt für die SPD im Rat, heiratet bald zum zweiten Mal, Sohn Julian ist neun. Man hat“, sagt er, „einen ganz anderen Bezug zur Stadt, andere Kontakte.“

Und die ist er gewillt zu nutzen. Einen offenen Brief der drei Gymnasien zum Erhalt der Schulsozialarbeit hat man bereits „auf kurzem Dienstweg“ vorbereitet.

René Jaques ist in dritter Generation Lehrer. Er kommt aus Hagen, wo er mit seiner Frau, ebenfalls Lehrerin, und Söhnchen Frederik (5) wohnt. Der 39-Jährige studierte nach Abi und Wehrdienst Latein und evangelische Theologie in Bochum und hatte sein erstes Vorstellungsgespräch am BGL.

„Da saßen Lehrertypen, Persönlichkeiten“, erinnert er sich an den Moment vor zwölf Jahren, als seine Entscheidung fiel: Die Schule hatte sich erfolgreich bei einem der damals so gesuchten Lateinlehrer „beworben“.

Mit seinen Schwerpunkten fühlt er sich gut für seine neue Position gerüstet: Stufenleitung, Begabtenförderung, Wettbewerbe, Auslandsaufenthalte, Schulrecht-Fortbildung oder Personalratstätigkeit – darauf lässt sich aufbauen.

Als ehemaliger Posaunenchor-Leiter hat der Kirchenmusiker Erfahrung, wie man aus vielen Solisten ein Orchester formt. Gerade hat er den Silberrettungsschein gemacht – wichtige Qualifikation für viele Schulaktivitäten. Denn eines ist beiden trotz der neuen Aufgaben- und Verwaltungsfülle klar: Sie sind Lehrer geworden, um mit Kindern zu arbeiten, um zu unterrichten.

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