Zentralrat der Juden will Stellung beziehen

Matthias Wagner (2.v.r) stellt eine Grafik vor, die für ein weiteres Friedensgruppen-Banner dienen soll.

LÜDENSCHEID – NPD-Ratsherr Stephan Haase als Fußball-Schiedsrichter? Diese Vorstellung behagt der Friedensgruppe Lüdenscheid nach wie vor überhaupt nicht. Deswegen hatte sie auch Kontakt mit dem Zentralrat der Juden aufgenommen. Das Ergebnis: Dessen Generalsekretär Stefan Kramer will im April zu einem Gespräch nach Lüdenscheid kommen.

„Wir sind stolz auf diesen Teilerfolg als kleine Friedensgruppe“, berichtete Bernd Benscheidt auf dem Monatstreffen der Friedensgruppe. Angesichts einer DFB-Devise „Null Toleranz gegenüber Nazis“ und der Auszeichnung des Fußballbund-Präsidenten Theo Zwanziger mit dem Leo-Baeck-Preis werfe dies Fragen auf. Ein weiteres Gespräch finde kommende Woche im Sport-Centrum Kamen-Kaiserau statt. Geladen seien neben Vertretern der Friedensgruppe auch der Kreisvorsitzende des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen, Peter Wolf, sowie der Pressesprecher des DFB.

Die Besuche der Partnerstädte Leuven, Den Helder und Romilly zum 70. Jahrestag des deutschen Einmarsches im Zweiten Weltkrieg, die geplante Gründung des Vereins „Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus Lüdenscheid“ und etliche positive Resonanzen auf das Gedenkbuch waren weitere Punkte auf der Tagesordnung des Friedensgruppen-Treffens.

Am 10. und 14. Mai wird es Tagesfahrten nach Leuven in Belgien und Den Helder in Holland geben, am 13. Juni soll es nach Romilly-sur-Seine in Frankreich gehen. Geplant sind Besuche beim Bürgermeister und das Pflanzen eines Kirschbaumes als Friedenssymbol. Außerdem sollen Banner gefertigt werden mit geschichtlichen Daten sowie den Stadtwappen von Lüdenscheid und den Partnerstädten. Abfahrt ist jeweils zwischen 5 und 6 Uhr morgens. Die Rückkehr wird gegen 22 Uhr sein. Wer mitfahren möchte, kann unter http://www.friedensgruppe-luedenscheid.de Kontakt aufnehmen und Details erfragen.

„Zufrieden mit der Resonanz“, war Bernd Benscheidts Resümee im Rückblick auf die Mahnwache gegen die geplante und später beschlossene Truppenaufstockung in Afghanistan. Es sei eine optisch mit Teelichtern schön gestaltete Mahnwache gewesen, an der etliche Bürger im Februar ihr Interesse bekundet hatten.

Etliche positive Resonanzen gab es auch auf das Gedenkbuch, teilte Matthias Wagner mit. So habe es Ergänzungsvorschläge zur Euthanasie im Dritten Reich aus Meinerzhagen gegeben, die Lüdenscheid betreffen. Auch aus Polen gab es Nachfragen. „Es wird wahrgenommen und genutzt“. Der Arbeitskreis Ge-Denk-Zellen will am 24. März einen Verein gründen. Martin Sander und Bernd Benscheidt sagten die Unterstützung durch die Friedensgruppe zu.

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