Zensus 2011: Interviewer warten auf ihren Lohn

Zensus 2011: Nach abgeschlossenen Befragungen warten Interviewer auf ihren Lohn.

LÜDENSCHEID ▪ Gabriele Ingenerf hat ihre Arbeit gemacht, sie schneller als erwartet abgegeben und möchte nun auch den verdienten Lohn in Höhe von 780 Euro überwiesen bekommen.

Doch bisher wartet sie vergeblich darauf, für ihre Interviews im Rahmen der europaweiten Volkszählung Zensus 2011 bezahlt zu werden. „Ich habe im Bezirk Gevelndorf 120 Umfragen durchgeführt und das vom 10 bis 19. Mai komplett durchgezogen. Ðann habe ich sie bei der Erhebungsstelle abgegeben, wo sie auch als eingegangen und abgezeichnet registriert wurden. Doch auf mein Geld warte ich bis heute vergebens.“ Nach mehreren Anrufen und Beschwerden, habe es geheißen, man habe EDV-Probleme und hinke daher hinter der zeitnahen Bearbeitung und Bezahlung her. Sie bekomme aber vorab schon einmal eine Abschlagzahlung in Höhe von 300 Euro. „Damit will man mich nur hinhalten“, ist Gabriele Ingenerf überzeugt. „Aber ich habe die 780 Euro als Urlaubsgeld eingeplant. Das geht doch nicht. Erst motiviert man uns in der Schulung und jetzt stehen wir da und warten aufs Geld.“ Inzwischen habe sie von mehreren Interviewern im Märkischen Kreis gehört, die ebenfalls kein Geld für ihre Arbeit bekommen hätten.

Helmut Wehn, Leiter der Erhebungsstelle, die ihre Zelte, wie berichtet, im Gothaer-Haus aufgeschlagen hat, bestätigte am Montag auf LN-Anfrage die Schwierigkeiten. „Wir kommen tatsächlich nicht nach. Teilweise sind wir von der Schnelligkeit der Interviewer überrascht worden. Andererseits bereitet die EDV Probleme. Das IT-NRW-Programm musste modifiziert werden.“

Man arbeite mit Hochdruck daran, die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Auch die Abschlagszahlungen in Höhe von 300 Euro bestätigte Wehn. „Wir sind bemüht, den Rest zeitnah und vor den Sommerferien zu überweisen. Dafür sollen noch zwei zusätzliche Kräfte eingestellt werden.“

530 Interviewer befragen von Mai bis Juli rund 53000 Menschen im Märkischen Kreis. Sie erhalten 7,50 Euro pro per persönlicher Befragung ausgefülltem Bogen und 2,50 Euro bei Selbstausfüllern.

Während Wehn mit den LN spricht, ist das System wieder abgestürzt. Kein gutes Omen.

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