Alexander Kremer erklärt das Familienwald-Projekt / „Erfahrbare Natur“

Zeitreise am Schloss Neuenhof

Alexander Kremer (links) und Famo-Initiator Willi Denecke ziehen in Sachen Familienwald an einem Strang.

LÜDENSCHEID - Auch eine große, starke Eiche hat einmal als kleines Pflänzchen begonnen – das weiß Alexander Kremer, Inhaber des Gartencenters Kremer und Hauptsponsor des Lüdenscheider Familienmonats (Famo), natürlich ganz genau. Und das musste er auch bei der Planung des Famo-Familienwaldes immer im Hinterkopf behalten.

„Wir können keine ausgewachsenen Bäume in die Erde bringen – das versteht sich von selbst. Wir fangen mit kleinen, jungen Bäumchen an. Planlos kann man so eine Geschichte nicht angehen. Da braucht es gute Vorbereitung“, betont der Fachmann. Und ist auch aus diesem Grund begeistert, dass Famo-Initiator Willi Denecke bei der Vorbereitung des Familienwaldes mehrere Fachleute mit an einen Tisch geholt hat. Der Lüdenscheider Architekt Wolf Sager, der Landschaftsarchitekt Roland Pfeiffer, ein Vermessungsingenieur und das Märkische Naturschutzzentrum sind mit am Start, wenn es um die Umsetzung der ehrgeizigen Pläne geht, die Willi Denecke und Alexander Kremer ausgeheckt haben. Ein Projekt wie der Famo-Familienwald sei nur dann nachhaltig, wenn es auf vielen kompetenten, professionellen Schultern ruhte. „Willi Deneckes Verdienst ist, dass er Menschen zusammenbringt, bei denen die Chemie stimmt. Er hat ein Netz aus Gleichgesinnten geknüpft, das nun die Fäden spinnt und viel stemmen kann.“

Nach einem Blick auf die ersten Entwürfe für das Gelände am Stilleking, auf dem der Familienwald wachsen soll, hat Alexander Kremer bereist Ideen für die Bepflanzung. Heimisch Gehölze sollen es sein, deren Wachstum die Lüdenscheider über Jahre und Jahrzehnte begleiten sollen. Eiche, Buche und Ahorn sind die ersten drei Bäume, die dem Gartenexperte einfallen. „Sie sind typisch für unsere Region und müssen einfach dabei sein.“ Auch eine Streuobstwiese soll entstehen, plant Kremer weiter und sagt dann augenzwinkernd: „Wer das Obst bekommt – darüber müssen wir noch verhandeln.“

Noch eines begeistert ihn an den Plänen des Landschaftsarchitekten. Alte Waldbilder, wie sie früher in der heimischen Region des Sauerlandes beheimatet waren, sollen wieder neu entstehen. Eine Art Zeitreise in Sachen Wald wird so für die Lüdenscheider möglich. Für die Panzerhallen in direkter Nachbarschaft des Familienwaldes kann Willi Denecke sich eine spannende Nutzung vorstellen, die er Alexander Kremer bereits unterbreitet hat: „Da könnten Ökologieprojekt stattfinden, Naturkundeausstellung laufen und Schulklassen in Sachen Wald Neues lernen.“

Der Lerneffekt ist für den Gartenexperten Kremer sehr wichtig und ein zentraler Baustein in Sachen Nachhaltigkeit: „Wir wollen den Familienwald auch zu einem Ort machen, an dem Natur wieder erfahrbar wird und Menschen etwas lernen können. Viele Menschen sind der Natur heute völlig entfremdet. Dabei sind wir gut beraten, uns nach der Natur zu richten und sie zu kennen, denn sie wird immer stärker sein als wir.“

Wie viel Lernbedarf es in Sachen Natur heute gibt, weiß Alexander Kremer als junger Familienvater auch aus eigener Erfahrung. Sein siebenjähriger Sohn Moritz klagte im Februar darüber, dass es solange keine Erdbeeren mehr zum Nachtisch gegeben habe. „Da habe ich mir meinen Sohn im Frühjahr geschnappt und mit ihm zuhause ein Erdbeerbeet angelegt. Jetzt sieht Moritz, wie die Pflanzen wachsen und gedeihen und Früchte tragen - aber eben nicht zwölf Monate im Jahr.“

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