Zehn Millionen fürs Kunststoff-Institut

Stefan Schmidt (KIMW), Frank Mumme und Unternehmervertreter Kai Okulla (v.l.) vor der Anlage, mit der bereits geforscht wird.

Lüdenscheid - „Deutschland soll auch in Zukunft Weltspitze beim Export von Hightech-Gütern sein“, findet Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Wie das gelingen kann, darauf sucht das Lüdenscheider Kunststoff-Institut ebenfalls Antworten – seit Donnerstag beflügelt von der Nachricht, dafür mit zehn Millionen Euro für sein internationales Forschungs- und Entwicklungsprojekt CAP gefördert zu werden.

Am 30. Juni werden dieses und zehn weitere Förderprojekte aus allen Bereichen für die „Crème de la Crème der Forschung und Entwicklung“ in Berlin prämiert; KIMW-Geschäftsführer Stefan Schmidt spricht von einem „Quantensprung“: „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir in diese Forschungswelt aufgenommen wurden.“

Innerhalb des über fünf Jahre angelegten Projekts (pro Jahr gibt es zwei Millionen Euro, dazu muss das Institut einen Eigenanteil in gleicher Höhe aufbringen) sollen Werkstoffe entwickelt werden, die beim Einsatz erhöhten Anforderungen entsprechen müssen. Neuartige Beschichtungen sollen widerstandsfähiger gegen Einflüsse von Umwelt, Chemie oder Verschleiß machen. Energieersparnis ist das umfassende Schlüsselwort.

Das Entwicklungsprojekt CAP steht für „Development of Coatings And Particles for the Plastics Industry“. Wichtig dabei sei die Betonung internationaler Zusammenarbeit, so Schmidt. „Partner auf Augenhöhe“ habe man in Frankreich gefunden: den Luft- und Raumfahrtspezialisten Cirimat in Toulouse („das Knowhow wollen wir in die Kunststofftechnik holen“) sowie Plastipolis in Lyon. Die dürften, so das Signal europäischer Zusammenarbeit, in Frankreich ebenfalls auf Fördergelder zählen können.

Um den Forschungsauftrag zu bewältigen, werden zum 1. Januar 2016, also zum Beginn der zunächst zweijährigen Konzeptionsphase (gefolgt von drei Jahren Umsetzungsphase), vier bis sechs neue Mitarbeiter „auf einen Schlag“ eingestellt. Die promovierten Fachleute können auf die Vorarbeit der Lüdenscheider aufbauen. „Wir haben das im stillen Kämmerlein schon vorbereitet“, so Schmidt. Unter Regie von Dipl.-Ing. Frank Mumme forsche man bereits seit zwei Jahren gezielt auf diesem Gebiet, wohl wissend, welche Chancen das Thema bietet. Die Förderung kommt nun genau zum richtigen Zeitpunkt. „Das versetzt uns in ganz neue Dimensionen“, sagt Schmidt angesichts des Erfolgs bei der hochkarätigen Ausschreibung, an der sich nur besonders zertifizierte Einrichtungen überhaupt beteiligen konnten, so genannte „Goldlabel“. - sum

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