Zehn Jahre „Kleine Kirche“ mit Jutta Hellmann

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Seit mittlerweile zehn Jahren lädt Jutta Hellmann nahezu täglich in ihre „Kleine Kirche“ ein.

Lüdenscheid  - Sie möchte Klartext reden, wenn sie es für nötig hält. Möchte dabei aber keinesfalls offensiv sein, sondern warten, bis jemand sie wahrnimmt und anspricht. Dann hört sie zu und berät – Menschen in allen Lebenslagen. Seit mittlerweile zehn Jahren lädt Jutta Hellmann in ihre „Kleine Kirche“ ein.

Zehn Jahre, in denen sie beinahe täglich an öffentlichen Stellen im Stadtgebiet unterwegs ist, um als Streetworkerin für die Evangelische Kirche zu arbeiten. Ganz ehrenamtlich und zugleich unabhängig. „Ich habe in verschiedenen Gemeinden mitgearbeitet, aber irgendwann sind mir die Mauern zu eng geworden“, erinnert sie sich. „Ich hatte das Bedürfnis rauszugehen, aber mit dieser Idee bin ich allein geblieben.“ Und doch hat sich Hellmann von ihrem Bestreben nicht abbringen lassen, sich bis heute gegen Kritik behauptet.

Mit einem Hinweisschild und einer Kerze sitzt sie in öffentlichen Bereichen – bereit für Gespräche. „Ich bin kein Gutmensch mit Helfersyndrom, ich möchte die Menschen zur Selbstständigkeit anleiten“, sagt sie. Die Bibel liegt immer auf dem Tisch, kommt aber nicht zwingend zum Einsatz. „Ich nehme die Kraft für meine Arbeit aus dem Glauben, aber ich bin nicht fromm“, sagt die 60-Jährige. Denn sie möchte multikulturell und interreligiös arbeiten, den Menschen auf Augenhöhe begegnen und ihnen ihre Zeit schenken. „Hier geht es nicht um Zertifizierung oder Diplomierung, sondern um Erfahrungswerte und gesunden Menschenverstand“, betont sie und wird ihre Arbeit auch in Zukunft fortführen – und ihr neue Schwerpunkt geben.

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