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ZDF-Film: Die Talbrücke Rahmede und das Bürokratiemonster Deutschland

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Von: Thomas Machatzke

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Lüdenscheid Talbrücke Rahmede
Die Talbrücke Rahmede als Symbol: Dieses Bild darf im Film natürlich nicht fehlen. © Cedric Nougrigat

Die A45-Talbrücke Rahmede ist in der ZDF-Doku „Teuerland“ am Dienstagabend ein mahnendes Beispiel für das Versagen in Deutschland in Infrastrukturfragen.

Lüdenscheid – Beispielhaft zu sein, ist nicht immer ein Kompliment: In der ZDF-Produktion „Teuerland – Abschied vom deutschen Wohlstand?“ hat es die Stadt Lüdenscheid (NRW) und die A45 in die Fernseh-Prime-Time geschafft. Am Dienstagabend (15. November) zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr flimmert nun die Talbrücke Rahmede „im Zweiten“ über den Bildschirm in die Wohnzimmer im ganzen Land. Als Beispiel für die marode Infrastruktur in der Republik.

Die Botschaft: Schaut nach Lüdenscheid, wenn ihr sehen wollt, was im Lande in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten so alles schief gelaufen ist.

Das Infrastrukturproblem ist im Film eines von vielen. Für den Bürgerbeauftragten für den Neubau der Talbrücke Rahmede, Bürgermeister Sebastian Wagemeyer, indes ein Möglichkeit, die real existierenden riesigen Lüdenscheider Probleme herauszutragen aus dem Regionalfenster. „Die Brücke in Lüdenscheid ist ein Symbol für den Zustand der Infrastruktur in Teilen Deutschlands“, sagt Wagemeyer im Film und spricht weiter von einer Gefährdung des Wohlstands in Deutschland.

Lüdenscheid und die A45-Brücke zur Prime-Time im ZDF

Das ZDF-Team hat im August auch beim Wissing-Besuch in Lüdenscheid im Innenhof der Stadtwerke gefilmt, lässt dort Bürger zu Wort kommen, die ihre Probleme beschreiben, in der Stadt vom einen zum anderen Ort zu kommen. Und Friedrich Rüther vom Märkischen Federnwerk an der Altenaer Straße berichtet, dass sein Unternehmen zeitkritische Produktionen inzwischen in die Werke nach Erwitte und Anröchte oder ins Schwesterwerk nach Polen verlagert habe. In Lüdenscheid kann keine Gewähr dafür mehr übernommen werden, dass am Ende auch alles klappen wird.

Für den Lüdenscheider ist all das nicht neu. Es ist der gelebte Alltag seit mehr als elf Monaten. Für die Menschen, die in Eisenhüttenstadt, Konstanz oder Kiel wohnen und sich um den Wohlstand sorgen, aber wahrscheinlich mit diesen Details durchaus. „Deutschland 2022: ein träges Bürokratiemonster“, sagt die Sprecherin der Doku, Claudia Urbschat-Mingues, irgendwann zwischen Rüther und Wagemeyer – und spätestens da hat sie die Lüdenscheider gepackt und auf ihrer Seite bei einer Bestandsaufnahme, die ein tristes Bild zeichnet. Nicht nur, aber beispielhaft eben auch in der Bergstadt im Sauerland.

Die Bezirksregierung freundet sich mit Tempo-30-Zonen auf der Bedarfsumleitung zur A45 in Lüdenscheid an, die Kanzlei Altrogge aus Lüdenscheid macht im Namen der Anwohner Druck bei Straßen NRW.

Ausstrahlungstermin: Dienstag, 15. November, 20.15 Uhr, ZDF (oder in der ZDF-Mediathek)

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