Zahl der Flüchtlinge in Lüdenscheid gestiegen

LÜDENSCHEID - Die Zahl der Flüchtlinge, die in diesem Jahr neu in Lüdenscheid untergebracht wurden, stieg gegenüber 2011 leicht an: Wurden im gesamten letzten Jahr 24 Menschen als Asylbewerber in der Bergstadt aufgenommen, waren es 2012 bis Ende August 36, lautete es am Mittwoch auf LN-Anfrage aus der Stadtverwaltung.

Von insgesamt 185 Plätzen in den beiden verbliebenen städtischen Unterkünften, eine dritte an der Gartenstraße wurde kürzlich aufgegeben, sind damit aktuell 104 belegt. Die größte Gruppe hierbei stellen 14 Menschen aus dem bürgerkriegsgeschüttelten Syrien.

Elf Flüchtlinge stammen aus dem Irak, je zehn aus China und Guinea, neun aus Afghanistan, je sieben aus Serbien-Montenegro und Nigeria, sechs aus Armenien, und jeweils weniger als eine Handvoll kommen aus Ägypten, Serbien, Mazedonien oder Georgien, dem Iran, aus Ghana, Sri Lanka, Marokko, Bangladesh und Pakistan.

Von den Syrern abgesehen, leben die meisten Flüchtlinge schon länger in Lüdenscheid – als anerkannte Asylbewerber, als Menschen, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen ist oder solche mit einem Duldungsstatus, den sie aus humanitären Gründen trotz erfolgter Ablehnung ihres Antrags erhielten. Wie die zuständige Fachdienstleiterin im Rathaus, Mechthild Kießig, weiter berichtete, werden der Stadt neue Flüchtlinge ausschließlich durch das Land NRW zugewiesen.

Damit solle eine gleichmäßige Verteilung auf die Städte und Gemeinden gewährleistet werden. In Lüdenscheid sollte laut Kießig die maximale Aufnahmezahl indes möglichst nicht erreicht werden: „Wenn 70 Prozent unserer Plätze belegt sind, dann gelten unsere Einrichtungen als ausgelastet.“ Denn wenn eine dreiköpfige Familie eine Übergangswohnung bezieht, die nominell vier Menschen aufnehmen kann, wolle man darin keinen vierten Flüchtling unterbringen.

Ähnlich verhalte es sich, wenn etwa ein Ehepaar eine Drei-Personen-Wohnung erhalten habe. Im Sozial- und Seniorenausschuss der Stadt Lüdenscheid am kommenden Dienstag soll nun der Sozialdezernent der Stadt Leverkusen, Frank Stein, ein Modell vorstellen, das in seiner Stadt seit Jahren praktiziert wird: die Unterbringung von Asylbewerbern in Privatwohnungen statt in Übergangswohnheimen.

Bisherige Berichte darüber loben das Leverkusener Modell überwiegend: Schon die Wohnungssuche schaffe bei Flüchtlingen Anreize, rasch die deutsche Sprache zu erlernen und sich schnellstmöglich zu integrieren. Zugleich gebe es in Leverkusen keine Wohnheime mehr, was der Stadt im Rheinland enorme Einsparungen in der Gebäudewirtschaft einbringe. Ob das Modell auch für Lüdenscheid in Frage kommt, soll im Anschluss diskutiert werden. Die Ausschusssitzung am Dienstag beginnt um 17 Uhr im Ratssaal.

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