Michalakos setzt sich für Erhalt der Vogelarten ein

Panagiotis Michalakos hat die Brutvögel im Visier.

Lüdenscheid - Hobby-Ornithologe ist Panagiotis Michalakos bereits seit seiner Kindheit: „Ich habe mich schon immer für die Natur und die Vögel, die darin leben, interessiert.“ Daher verwundert es nicht, dass er sich 2013 beim Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) meldete, um sich an der Zählung von Brutvögeln zu beteiligen.

„Ich hatte mir vieles schon autodidaktisch angeeignet und Erfahrungen gesammelt“, sagt der 28-jährige Sozialarbeiter, der die ehrenamtliche Tätigkeit für den DDA auch als willkommenen Ausgleich zu seinem Beruf ansieht.

Vom März bis Juni wird er sich jeweils einmal im Monat kurz vor Sonnenaufgang in einer vom DDA festgelegten Probefläche im Bereich Gevelndorf mit dem Fernglas und seinem geschulten Gehör für Vogelstimmen vier Stunden auf den Weg machen. Der Kategorisierung liegen verschiedene Lebensräume zugrunde – zum Beispiel Agrarlandschaft, Wohngebiete, Industrieflächen –, die mindestens 300 Meter begangen werden müssen.

Eine Liste von Vogelarten mit entsprechenden Abkürzungen hat Panagiotis Michalakos ebenfalls dabei und hält seine Beobachtungen auf dem Ergebnisbogen exakt fest. „Die Windstärke muss unter vier liegen, und es muss niederschlagsfrei sein“, sagt er, außerdem möglichst still. „Ein Stück des Weges führt entlang der Heedfelder Landstraße. Da gehe ich sonntags lang, wenn weniger Verkehr ist. Sonst höre ich ja nichts.“ Einen seltenen Neuntöter hat er dort schon ausgemacht, auch einen Birkenzeisig.

In jedem Bundesland gibt es ehrenamtliche Brutvogel-Zähler wie Panagiotis Michalakos. Der DDA hat Koordinatoren, die die gelieferten Daten auf Plausibilität überprüfen. Die kontinuierliche Datensammlung dient der Grundlage für Maßnahmen des Vogelschutzes – und die sind dringend notwendig. Nach Angaben des DDA brüten in Deutschland derzeit 70 bis 100 Millionen Vogelpaare. Sie entfallen zu 80 Prozent auf 22 Arten. Die häufigsten sind Buchfink, Amsel und Kohlmeise. Seit Ende der 1990er Jahre habe sich der Bestand spürbar verschlechtert. „Jede dritte bei uns brütende Vogelart erlitt Bestandsrückgänge.“

Die EU und ihre Mitglieder haben sich verpflichtet, im Jahr 2020 insgesamt 50 Prozent mehr Vogelarten in einem guten oder verbesserten Zustand zu erhalten.

Von Martin Messy

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