Zwiegespräch mit dem Klavier im Kulturhaus

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Perfekte Harmonie zwischen Beethoven und Brahms (von links): Manuel Fischer-Dieskau, Philipp Wenger und Frank Zabel.

LÜDENSCHEID - Ein „Meisterkonzert“, das seinen Namen verdient hat, bot das Trio Zabel-Wenger-Fischer-Dieskau im Kulturhaus. Erstaunlich, dass dieses Trio höchst unterschiedlicher musikalischer Temperamente zu einer Einheit zu finden vermag.

Da saß der eher introvertierte Frank Zabel am Piano, und mit ihm musizierten ein vor Selbstbewusstsein strotzender Philipp Wenger (Violine) und Manuel Fischer-Dieskau (Cello), der steten Kontakt und Bindung zu seinen Mitspielern suchte. Irgendwie funktionierte das prächtig. Mit Beethovens frühem Werk, dem Trio für Klavier, Violine und Violoncello Opus 1 Nummer 1 in Es-Dur steuerte das Trio in die Wiener Klassik. In wohltemperierter Dynamik ging es hinein in den energischen Beginn dieser Komposition und in der Folge in den herrlichen Kontrast von Haupt- und Seitenthema. Auch in der klanglichen Welt des Adagio Cantabile fand das Trio sich prägend zusammen, legte nach dem tänzerischen Scherzo im Finale ein berauschendes Presto auf. Getragen von der hohen Virtuosität des Trios eine bestechende Interpretation.

Erstaunlich, dass die ursprünglich angekündigte Aufführung des Trios „1. Fantasie“ von Frank Zabel, ohne Angabe von Gründen aus dem Programm genommen wurde. Gewiss, stattdessen gab es Ludwig van Beethovens bliebte „Frühlingssonate“ für Violine und Klavier, Opus 24, F-Dur. Dies mit einem bestechend aufspielenden Philipp Wenger, der Klarheit und Transparenz ansteuernd bisweilen ein wenig zu klanglicher Trockenheit neigte und sich dann – vor allem im Zwiegespräch mit dem Klavier – wieder einfing.

In der Programmabfolge gut gesetzt: Das Frühwerk von Johannes Brahms, das 1. Klaviertrio Opus 8 H-Dur, allerdings in der vom späten Brahms überarbeiteten „2. Fassung“, gab es nach der Pause zu hören. Hier mit einem grandios aufspielenden Frank Zabel am Piano und einem Fischer-Dieskau, der sein Spiel ebenfalls der romantisch bestimmten Klangwelt von Brahms einverleibte und einem Violinisten, der hier mit seinen Mitspielern zu Harmonie fand. Ähnlich empfand dies wohl auch das Publikum, das das Trio noch zu einer kleinen Zugabe bewegen konnte. - usc

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