Wunsch nach Barrierefreiheit

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Um einen barrierefreien Zugang zum Supermarkt zu ermöglichen, lässt die Stadt an dieser Stelle Veränderungen im öffentlichen Raum zu. Der Gehweg wird angepasst.

Lüdenscheid - Die Problematik wird größer, die Anträge nehmen zu. Angesichts der demografischen Entwicklung mit immer mehr älteren Menschen gewinnt das Thema „Barrierefreier Zugang“ zunehmend an Bedeutung. Das wurde auch im jüngsten Bauausschuss deutlich, in dessen Sitzung Verkehrsplaner Christian Hayer am Beispiel der Knapper Straße auf die Herausforderungen bei der Umsetzung einging.

„Wir stellen eine Häufung der Anträge für barrierefreie Zugänge fest – und das begrüßen wir natürlich“, so Hayer. Die grundsätzliche Frage sei jedoch, wie die Höhendifferenz ausgeglichen werden kann – also Haus an Gehweg oder umgekehrt. „Wir prüfen also zunächst, ob eine Anpassung durch bauliche Veränderungen im Haus zumutbar sind“, so Hayer weiter. Stehe dies jedoch in keinem Verhältnis, weil beispielsweise Decken abgerissen werden müssten, so sei die Stadt bereit, Änderungen im öffentlichen Raum zuzulassen. Entscheidend hierbei sei jedoch, dass die Gehwegfläche nicht darunter leidet und keine Stolperfallen entstehen.

Am Beispiel des an der Knapper Straße ansässigen „Netto“-Marktes erläuterte der Verkehrsplaner den Politikern die Schwierigkeiten: Eine Stufe zum Supermarkt mache den Zugang für Menschen mit Gehhilfen, Rollatoren oder Kinderwagen schwer. Weil Veränderungen vom Haus aus nicht möglich seien, werde nun der Gehweg über eine Länge von 15 Metern angepasst, indem das Pflaster aufgenommen und auf die Höhe gebracht werde. Beim benachbarten Sanitätshaus sei dies schon passiert – „und wir möchten ja eine Einheitlichkeit erreichen“, so Hayer weiter. Die Schwierigkeit sei, entlang des Gehwegs keine Berg- und Talbahn zu errichten – eine zum Teil technische Herausforderung.

„Wir haben festgestellt, dass es entlang der Knapper Straße kaum Läden gibt, die ebenerdig zugänglich sind“, erklärte Martin Bärwolf. „Daher rechnen wir damit, dass es in Zukunft noch mehr Anträge für die Schaffung eines barrierefreien Zugangs geben wird. Denn der Stamm an älteren Kunden wächst.“

Die Kosten für die baulichen Maßnahmen trägt übrigens der Eigentümer, „aber der schafft damit ja auch eine Aufwertung seiner Immobilie.“ - kes

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