Von Kulturstiftung des Bundes gefördert

Wunderkammer der Zukunft entsteht in den Museen

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Dr. Eckhard Trox (links) und Tom Groll zeigen das Modell des Obergeschosses des Alten Amtshauses – im Raum rechts oben mit Blick auf die Sauerfelder Straße soll die Wunderkammer der Zukunft entstehen.

Lüdenscheid - Die neue Dauerausstellung im Geschichtsmuseum befindet sich noch in der Vorbereitung – der Rat der Stadt hat im Herbst die Weichen dafür gestellt, dass die Umsetzung nur noch eine Frage der Zeit ist. In Vorbereitung darauf soll jetzt die Wunderkammer der Zukunft, ein Projekt, das mit Mitteln aus der Kulturstiftung des Bundes mit fast 150 000 Euro gefördert wird, an Fahrt aufnehmen.

In diesen Tagen wird damit begonnen, den Münzraum im ersten Obergeschoss des Alten Amtshauses auszuräumen und zu einer Wunderkammer der Zukunft umzugestalten. Sie soll, in Vorbereitung auf die neue Dauerausstellung, ein Forschungslabor werden, in dem die Geschichte und die Zukunft der Stadt in der Gegenwart miteinander verknüpft werden. Vielfältige Veranstaltungen mit möglichst vielen Beteiligten sollen die Wunderkammer mit Leben füllen und stetig weiterentwickeln.

Die Gesamtleitung des Projektes, dessen erste Vorboten im September die Auftritte von „Ingo von Morgen“ mit seinem futuristischen Zeitreisemobil Inova im Stern-Center waren, liegt bei Ulrike Tütemann. Sie hat darüber hinaus ein kreatives Team um sich gescharrt: Tom Groll, der bereits bei dem Projekt „Home“ mit den Museen zusammengearbeitet hat, ist als künstlerischer Leiter dabei. Linus Wortmann übernimmt die gestalterische Leitung, und Matthias Czech ist für die Kommunikation und die Arbeit in den sozialen Medien zuständig.

Die Beteiligten haben dafür gesorgt, dass weitere „Stadtgefährten“ ins Spiel kommen. So heißt auch der Fördertopf der Kulturstiftung, mit dessen Mitteln das Projekt unterstützt wird. Ziel ist es, die Museen der Stadt durch die Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren wie der Fachhochschule, den Wirtschaftsjunioren, den Visionären, dem Altstadtbüro und dem Stadtmarketing deutlich mehr als Ort der Formulierung von Zukunftskonzepten in das Bewusstsein zu rücken als das bisher der Fall ist.

Den Anfang dazu bildet die Wunderkammer im dann ehemaligen Münzraum. Sie soll von verschiedenen Gruppen mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungsformaten bespielt und weiterentwickelt werden. Start dazu wird im März sein. Einzelheiten werden noch nicht verraten, nur so viel: Das, was sich in dieser Werkstatt tut, „soll nach außen sichtbar werden“, betonte Ulrike Tütemann. 

Auch Ingo von Morgen (Marco Köhler) wird die Lüdenscheider weiter begleiten. Der Mann in dem farbenfrohen Flamingo-Anzug wird mit seinem Inova sowohl im Stern-Center als auch an anderen Orten auftauchen und die Bürger danach fragen, wie sie die Entwicklung in Lüdenscheid in den vergangenen Jahrzehnten erlebt haben und wie sie die Stadt in der Zukunft sehen. Passend zu den Antworten werde sich auch das Zeitreisemobil weiterentwickeln, versprechen die Akteure hinter der Wunderkammer.

Für Museumsleiter Dr. Eckhard Trox passt dieses Projekt wunderbar in die Vorbereitung der neuen Dauerausstellung. Für deren Realisierung gibt es zwar noch keinen konkreten Zeitrahmen, aber der Rat der Stadt hat mit seinem verbindlichen Beschluss im Herbst den Weg für eine weitere Umsetzung geebnet. Schon jetzt hat der Landschaftverband Westfalen-Lippe eine Förderung für die Dauerausstellung in Höhe von mehr als einer halben Million Euro in Aussicht gestellt – unter der Voraussetzung, dass der gesteckte Finanzrahmen unverändert bleibt.

Ziel soll es sein, die Museen als zentralen Ort des Diskurses zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu etablieren. Damit soll die Öffnung nach außen, die mit der Wunderkammer initiiert werden soll, immer weiter entwickelt werden. Um das Projekt auf den Weg zu bringen, wird sich das Team der Museen um weitere Fördermittel bemühen. Dass der Weg, das Haus mit vielfältigen Veranstaltungen, Ausstellungskonzepten und Kooperationspartnern stärker in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken, bei Förderungen besonders berücksichtigt wird, zeigt sich auch bei der Wunderkammer, da die Kulturstiftung des Bundes das Projekt mit insgesamt 147 500 Euro aus dem Fonds „Stadtgefährten“ fördert.

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