Wulff gerahmt im Materialkeller

Rainer Prokott von der Kreisverwaltung hat Bundespräsident Wulff abgehängt und im Materialkeller deponiert.

LÜDENSCHEID ▪ Kaum hatte Christian Wulff seinen Rücktritt erklärt, da war das gerahmte Bild des Bundespräsidenten auch schon verschwunden aus dem großen Sitzungssaal des Kreishauses.

Rainer Prokott, Fachdienstleiter der Geschäftsstelle Kreisorgane, reagierte blitzschnell: „Als Köhler zurücktrat, habe ich nicht sofort dran gedacht, ihn abzuhängen. Ein Journalist machte mich drauf aufmerksam, dass der da noch hing. Das sollte mir bei Wulff nicht noch einmal passieren“, schmunzelt Prokott. Nun steht das Konterfei Wulffs im Materialkeller des Kreishauses und verdeckt Richard von Weizsäcker, der im Gegensatz zu Wulff immerhin zehn Jahre – von 1984 bis 1994 – Bundespräsident war. „Der Rahmen ist noch gut und von bester Qualität. Da kommt dann der Gauck rein“, sagt Prokott.

Im Lüdenscheider Rathaus muss sich darüber keiner Gedanken machen. „Bei uns hängt nirgendwo ein Bild des Bundespräsidenten“, teilt Pressesprecherin Giuseppina Giordano mit. Muss auch nicht, denn es gibt keinerlei Verpflichtung dazu.

Im Amtsgericht hängt ebenfalls kein Bild, oder besser kein Bild mehr. Früher – vor dem Umzug zum Dukatenweg – zierte das Bild des jeweiligen Bundespräsidenten noch die beiden Sitzungssäle. Doch mit Bezug des neuen Domizils vor acht Jahren blieb Bundespräsident Johannes Rau auf der Strecke. Wo genau, ist nicht überliefert. Vielleicht hat’s ja ein Fan mit nach Hause genommen. Johannes Rau war ja doch recht beliebt.

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