Würdevoller Abschied für tot geborene Kinder

Regina Büchmann von der Projektgruppe „Schmetterlingskinder“ des Vereins Frauenworte, Hebamme Sandra Petschulat und Hannelore Hallmann, Leiterin der Elternschule an der Berglandklinik (v.l.), mit der Box, die Kleidungsstücke und Einschlagdecken für tot geborene Kinder und Hilfestellungen für betroffene Eltern enthält.

LÜDENSCHEID ▪ Regina Büchmann weiß aus eigener Erfahrung um den Verlust des Kindes in der Schwangerschaft: „Der Schock ist kaum zu beschreiben und es fällt unendlich schwer, zu begreifen und in der Hektik Abschied zu nehmen. Das verfolgt einen mitunter sehr, sehr lange.“ Sie wurde über das Internet auf den Verein „Frauenworte“ und dessen Gruppe „Schmetterlingskinder“ aufmerksam. Jetzt ist sie ehrenamtliche Mitarbeiterin und bemüht sich um Kontakte zu Entbindungskliniken, um auf eine besondere Box aufmerksam zu machen, mit deren Inhalt Eltern tot geborener Kinder – falls sie es wünschen – unterstützt werden, wenn die Trauer am größten ist.

In der Berglandklinik stieß sie auf allen Ebenen sofort auf offene Ohren: „Das Angebot ergänzt unsere schon bestehenden Bemühungen, bei aller Schwere der Situation durch Begleitung einen würdevollen Abschied zu ermöglichen“, sagen Hannelore Hallmann, Leiterin der Elternschule der Berglandklinik, und Hebamme Sandra Petschulat. „Schon seit vielen Jahren gibt es eine intensive Zusammenarbeit vor allem mit Hebammen und den Schwestern auf der Station und der evangelischen Krankenhausseelsorge“, betont Pfarrerin Marion Erbsch. „Dabei ist es uns wichtig, Eltern einen würdevollen Abschied von ihrem Kind, wie klein es auch immer ist, zu ermöglichen. Die Klinikbox kann sicher mit dazu beitragen.“

Kooperationspartner der Berglandklinik ist auch die Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle donum vitae, die betroffenen Paaren mit Gesprächen hilft, das traurige Erlebnis zu verarbeiten.

Die Klinikbox enthält selbst gestrickte Einschlagtücher und Schlafsäckchen sowie Flyer, die über Hilfsangebote für Eltern informieren und den späteren Trauerprozess unterstützen. Für betroffene Eltern werden auch Fotos des verstorbenen Babys, Hand- und Fußabdrücke, eine abgeschnittene Locke, wenn möglich, oder Erinnerungsstücke verwahrt. „Manchmal dauert es seine Zeit, bis sich Eltern damit auseinandersetzen können. Aber dann sind diese Dinge sehr, sehr wichtig“, weiß Regina Büchmann.

Weitere Infos unter http://www.schmetterlingskinder.de

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