Womit machen Sie Lüdenscheidern Hoffnung/Mut, die Angst um ihren Job haben? - Parteien in Lüdenscheid antworten

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Womit machen Sie Lüdenscheidern Hoffnung/Mut, die Angst um ihren Job haben? Die dritte Frage an die Lüdenscheider Parteien im Rahmen der Kommunalwahl.

Lüdenscheid - Sechs Fragen stellen die LN den für den Lüdenscheider Stadtrat kandidierenden Parteien. Die dritte Frage lautet: Womit machen Sie Lüdenscheidern Hoffnung/Mut, die Angst um ihren Job haben?

Die Antworten der Parteien:

SPD: Lüdenscheid als grüne Industriestadt
Die Industrieregion Südwestfalen, Lüdenscheid liegt mittendrin, steht vor großen Herausforderungen. Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie standen schwierige Aufgaben auf der Tagesordnung. Wir haben in unser Wahlprogramm viele Maßnahmen geschrieben, die Unternehmen und Beschäftigten helfen sollen, den Wandel zu bestehen. Die Berufskollegs des Märkischen Kreises sollen digitale Lernzentren für Aus- und Weiterbildung sein. Das Regionale-Projekt „Lernfabriksken“ soll das digitale Lernen für alle Bildungseinrichtungen unserer Region auf eine neue Stufe stellen. Der Faktor Weiterbildung wird immer wichtiger. Beschäftigte müssen in die Lage versetzt werden, dass sie für die Arbeit der Zukunft vorbereitet sind. Der in Aussicht gestellte Ausbau der Fachhochschule Südwestfalen ist ein weiterer Baustein, um neue Technologien und Zukunftsprodukte in Lüdenscheid anzusiedeln und gleichzeitig Fachkräfte hierfür auszubilden. In den kommenden Jahren wird es darum gehen, die Faktoren Arbeit, Wirtschaft und Umwelt in Einklang zu bringen. Mit diesem Ziel wird die Wirtschaftsförderung der Stadt zusammen mit dem Stadtmarketing neu ausgerichtet werden müssen. Kleinere Unternehmen benötigen für den Wandel mehr Unterstützung. Unser Leitbild ist es, Lüdenscheid von der Industriestadt im Grünen zur grünen Industriestadt zu entwickeln. Das heißt: Lüdenscheid soll weiterhin das Zuhause für gute industrielle Arbeitsplätze sein. Das hat Lüdenscheid stark gemacht und wird auch unsere Stärke in der Zukunft sein.

CDU: Wirtschaft bekommt eine neue Priorität
Die CDU wird die Rahmenbedingungen für neue Arbeitsplätze schaffen. Unternehmen sollen motiviert werden, in Lüdenscheid zu bleiben und sich hier zu erweitern. Neue Unternehmen müssen für Lüdenscheid gewonnen werden. Dazu werden wir die Wettbewerbsfähigkeit bei Steuern, Abgaben, der Verfügbarkeit von Gewerbeflächen und der Bearbeitung von Anträgen herstellen. Unternehmen wünschen sich einen festen Ansprechpartner in der Verwaltung, der sich um die Belange eines Unternehmers kümmert: Angefangen von der Suche nach Gewerbeflächen bis hin zur Unterstützung bei Antrags- und Genehmigungsverfahren. Eine „Lotsenfunktion“, die für Unternehmen sowie die Verwaltung eine Bearbeitung von Vorgängen vereinfacht. Genauso schafft die CDU eine zentrale Anlaufstelle für Menschen, die sich selbstständig machen möchten. Existenzgründer werden dort bei ihren Anträgen zur Gründung unterstützt. Sie erhalten dabei wertvolle Informationen und Kontakte. Mit Christoph Weiland hat die CDU einen Bürgermeisterkandidaten, der die Wirtschaft kennt: Er hat Unternehmen als Führungskraft erfolgreich mitgestaltet und dabei Arbeitsplätze geschaffen. Ein Bürgermeister muss wissen, worauf es mittelständischen Firmen ankommt und schon heute Kontakte zu vielen Lüdenscheider Unternehmen pflegen. Mit Christoph Weiland als Bürgermeister bekommt die Wirtschaft eine neue Priorität und so entstehen neue Arbeitsplätze: Weil jede Lüdenscheiderin und jeder Lüdenscheider einen gut bezahlten Job mit Perspektiven verdient hat!

FDP: In der Krise auch eine Chance sehen
Die schlechten Nachrichten auf dem heimischen Arbeitsmarkt kamen meist von örtlichen Teilstandorten internationaler Großkonzerne: Novelis, Honeywell, Vossloh-Schwabe... Zum Glück findet sich die Mehrzahl der Arbeits- und Ausbildungsplätze in Lüdenscheid in kleinen und mittleren Unternehmen wieder. Viele davon sind seit Generationen in Familienhand, einige auch jung und immer noch von Gründerin oder Gründer geführt. Eines haben sie gemeinsam: Sie brauchen hoch motivierte und gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deshalb haben die meisten von ihnen trotz enormer Belastungen durch die Corona-Krise zur Kurzarbeit und nicht zu Entlassungen gegriffen – um ihre Fachkräfte halten zu können. Diese Fachkräfte werden weiterhin gebraucht, denn eines hat die Corona-Krise sehr schnell gezeigt: Sie beschleunigt Veränderungsprozesse ganz enorm: Digitalisierung der Arbeitswelt, von Schule und Ausbildung, der Wandel im Handel – bei diesen und anderen Entwicklungen hat es große Schübe gegeben. Hier zuzupacken und darin eine Chance zu sehen, diese Herausforderung sollte die Menschen an der Werkbank, in den Büros und in der Unternehmensführung noch enger zusammenstehen lassen. Und wenn aus der Wirtschaftskrise einmal eine Unternehmenskrise wird: Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auf der einen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der anderen Seite finden hier meist pragmatische Lösungen zum Erhalt der Arbeitsplätze – auch das hat Tradition in Lüdenscheid.

Bündnis 90/Die Grünen: Kompetenz begünstigt die Chancen
Die tiefgreifende weltweite Wirtschaftskrise in Folge der Pandemie ist zunächst überwiegend konjunktureller Natur, das heißt es kann mittelfristig auch schnell wieder aufwärts gehen. Es ist dabei zu bedenken, dass es seit über zehn Jahren schon keine gravierende Wachstumseinbrüche mehr gab, es wäre also ohnehin mit einer Schwächephase zu rechnen gewesen. Allerdings gibt es aber auch einen tiefer greifenden Umbruch in der Wirtschaft, der uns im Sauerland trifft, dessen sollte man sich bewusst sein. Dass der Strukturwandel weg von der Industrie hin zu Dienstleistungen nicht für alle Zeiten an unserer Region vorbeigehen kann (wir sind diesbezüglich deutschlandweit inzwischen schon eine Besonderheit), sollte jedem klar sein. Die aktuelle Wirtschaftskrise verschärft und beschleunigt insoweit möglicherweise nur das Unvermeidliche. Aber: das Märkische Sauerland ist wirtschaftlich schon lange nicht mehr durch Bodenschätze oder geographische Gegebenheiten begünstigt, unser wichtigster Standortfaktor sind die gut ausgebildeten, erfindungsreichen und motivierten Arbeitnehmer – und Unternehmer! Die Region hat aber durch die vorhandene Kompetenz alle Chancen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen, auch wenn es einige Jahre des Umbruchs geben mag.

Die Linke: Geld von Bund und Land für die Kommune
Wir sind auf den Weg in eine den kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten geschuldete Wirtschaftskrise, die durch die Corona-Epidemie extrem verschärft wird. Die Ausmaße dieser Krise sind aktuell noch nicht einzuschätzen. Zu befürchten aber ist, dass sie tiefgreifende Folgen für die Lohnabhängigen haben wird. Darauf muss sich auch die kommunale Politik einstellen. Notwendig ist die Stärkung der Binnennachfrage. Das Einkommen der Beschäftigten, Arbeitslosen und Rentner ist unzureichend und muss deutlich erhöht werden. Den Gewerkschaften kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Bund, Länder und Gemeinden sind aufgefordert, durch massive Konjunktur- und Investitionsprogramme der Krise entgegenzuwirken. Eine Fortsetzung der seit 2012 betriebenen perspektivlosen „Haushaltskonsolidierung“ der Stadt Lüdenscheid ist da kontraproduktiv. Dringend muss eine Kehrtwendung in der kommunalen Finanzpolitik vollzogen werden. Die Stärkung der Daseinsvorsorge und der Klima- und Umweltschutz müssen dabei eine besondere Rolle spielen. Bund und Land müssen die zusätzlichen Belastungen der Kommunen ausgleichen, um diesen sozial-ökologischen Umbau zu gewährleisten. Der Stellenabbau vergangener Jahre bei der Stadt muss rückgängig gemacht werden. Die Stadtreinigungs- und Transportbetriebe (STL) müssen personell wieder in die Lage versetzt werden, Tief- und Hochbauarbeiten wieder selber durchführen zu können. Privatisierungen wie die Gebäudereinigung sind wieder rückgängig zu machen.

ÖDP: Neue Aufgaben führen zu neuen Arbeitsplätzen
Durch kurz- und langfristige Krisen (Corona/Klimawandel) werden einerseits leider viele Arbeitsplätze verloren gehen. Andererseits aber werden dabei neue Aufgaben entstehen, die auch zu neuen, anderen Arbeitsplätzen führen werden. Dabei muss das bisherige Ziel des ständigen Wirtschaftswachstums aufgegeben werden! Die Grenzen eines verträglichen Wachstums sind schon lange überschritten und die „kapitalistische Globalisierung“ holt sich die Arbeitsleistung dort, wo sie am billigsten ist. Dieses System erzeugt leider viele Verlierer bei nur wenigen Gewinnern. Dagegen fordert die ÖDP die Abkehr vom System „Überfluss“ hin zum „Genug“ und zum „weniger ist mehr“. Und genauso könnte es für jeden Einzelnen gelten: In einem Jobverlust liegt auch die Chance zu der vorgenannten Neuorientierung. Vielleicht ist sogar ein Neustart mit einer Ausbildung in einem anderen Beruf nötig. Wahrscheinlich ist dies mit finanziellen Einbußen verbunden und es müssen Wünsche und Ansprüche zurückgeschraubt werden. Dies wäre einfacher in einer Gemeinschaft möglich, die sich gegenseitig unterstützt, zum Beispiel durch Teilen (Auto, Werkzeuge, …) und gegenseitige Hilfeleistung. Wer Zeit hat – sei es auch durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit – könnte in Gemeinschaft aktiv werden und ein neues Projekt anfangen oder bei einem bestehenden mitmachen. Daraus kann sich dann vielleicht auch wieder eine neue Arbeitsstelle ergeben.

Kommunalwahl in Lüdenscheid: Die Fragen an die Parteien 

Unsere Redaktion hat den Lüdenscheider Parteien sechs Fragen gestellt, mit der Bitte um eine klare Antwort. Das sind die Antworten der Parteien auf unsere Fragen:

1. Frage: Wie wollen Sie die Bürger finanziell entlasten?

2. Frage: Welche Rolle spielt das Auto in Ihrem Verkehrskonzept der Zukunft?

3. Frage: Womit machen Sie Lüdenscheidern Hoffnung/Mut, die Angst um ihren Job haben?

4. Frage: Welche Priorität hat für Ihre Partei der Klima- und Umweltschutz?

5. Frage: Wie wollen Sie das subjektive Sicherheitsgefühl und die Sauberkeit in der Stadt verbessern?

6. Frage: Welche drei Dinge würde Ihre Partei in Lüdenscheid als Erstes ändern, wenn sie die Mehrheit hätte?

Informationen zur Kommunalwahl in Lüdenscheid: Alle Kandidaten und Parteien stellen wir im Bild vor.

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