Räume durch Kripo versiegelt

Wohnungsbrand in der Lüdenscheider Oberstadt: Hoffen nach dem ersten Schock

Mann vor Brandruine
+
Anatolien-Grill-Chef Ibrahim Nergiz hofft, seinen Imbiss bald wieder öffnen zu können.

Der erste Schock ist überwunden. Nach dem Wohnungsbrand im Haus Hochstraße / Ecke Domgasse am Donnerstagabend ist der Zugang zu dem Gebäude gesperrt.

Lüdenscheid - Die Wohnung im zweiten Obergeschoss und die darüber liegenden Zimmer sowie das Dach sind zerstört. Löschwasser ist bis in die unteren Etagen vorgedrungen. Auch der Anatolien-Grill im Erdgeschoss ist betroffen. Inhaber Ibrahim Nergiz hofft auf einen schnellen Beginn der Renovierung.

Der 40-jährige Gastronom hatte von einem Kunden von der Rauchentwicklung zwei Etagen über seinem Imbiss erfahren. „Ich bin sofort hoch gerannt und habe die Küchentür aufgemacht – man konnte nichts mehr sehen.“ Also habe er mit den Fäusten auf dem Fußboden getrommelt und dem Mieter damit gezeigt, wo der Ausgang ist. „Der kam raus und musste sich sofort übergeben.“

Hausbesitzer aus Lüdenscheid: „Meine Wohnung ist auch klatschnass“

In der ersten Etage wohnt Hausbesitzer Jürgen Sturm. Der Lüdenscheider, 1945 im ehemaligen Reidemeister als Sohn der Wirtsleute geboren, hat bereits Kontakt zu seiner Versicherung. „Meine Wohnung ist auch klatschnass. Das Wichtigste ist aber, dass Ibrahim schnell wieder öffnen kann.“ Der Anatolien-Chef glaubt, dass das mindestens ein bis zwei Wochen dauern wird.

„Ich kriege Anrufe ohne Ende. In einer einzigen Stunde musste ich mehr als 30 Bestellungen absagen.“ Vor allem seine Haupteinnahmequelle, der Lieferservice, liegt durch den Brand am Boden.

Während Sturm und Nergiz berichten, treffen am Freitagmittag Kripo-Beamte und ein Brandsachverständiger am Unglücksort ein und untersuchen die Brandursache. Männer des Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs Lüdenscheid (STL) sperren der Gehweg vor dem Anatolien-Grill ab. Die Flatterbänder vom Vorabend sind verschwunden. Der Autoverkehr auf der Hochstraße fließt seit dem Vormittag fast ungestört.

Jörg Weber von der Feuerwehr spricht von einer „sehr ungewöhnlichen Entwicklung des Brandgeschehens“. Der Anfahrtweg für die Löschzüge sei nicht weit gewesen. „Aber als wir ankamen, schlugen die Flammen schon meterweit aus den Fenstern.“

Durch die Bauweise des Dachgeschosses mit hölzernen Gauben und Spalierdecken wurde der Einsatz laut Weber „sehr aufwendig“. Die Männer mussten versteckte Brand- und Glutnester aufspüren und als Ventilationsöffnungen große Löcher ins Dach schneiden. „Das hat auch einen massiven Einsatz von Löschwasser erfordert.“

Der wiederum hat dafür gesorgt, dass sich Holzfußböden vollsogen, dabei sehr schwer wurden und möglicherweise nicht mehr tragfähig sind. Deshalb – und weil das Spurenbild für den Brandsachverständigen erhalten werden musste – habe die Kriminalpolizei die Räume versiegelt.

Über den Gesundheitszustand des mutmaßlichen Verursachers des Feuers – er wohnte erst wenige Monate in dem Haus – wurde am Freitag nichts bekannt. Der Mann war am Donnerstagabend nach der Erstversorgung durch Rettungskräfte auf der Hochstraße ins Klinikum gebracht worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare