Wohnungsbau in Lüdenscheid: "Der Druck wächst"

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Symbolbild

Lüdenscheid - Das Thema Wohnungsbau in Lüdenscheid bleibt spannend. „Die derzeit unterdurchschnittliche Bautätigkeit kann perspektivisch für eine weitere Verknappung am Wohnungsmarkt sorgen.“

Mit dieser Aussage äußert sich Mirko Wenzel, Gebietsleiter der Landesbausparkasse (LBS) vom Kundencenter Lüdenscheid, über die Bauintensität in der Kreisstadt. 

Nach LBS-Angaben entstanden 2017 in Lüdenscheid 58 neue Wohneinheiten – davon 25 als Eigenheime und 26 in Mehrfamilienhäusern. Der Rest entstand in Gewerbebauten oder durch Umnutzung vorhandener Gebäude. 

Mit 0,8 neuen Wohnungen pro 1000 Einwohner liegt die Bauintensität in Lüdenscheid laut LBS-Statistik „leicht unter dem Durchschnitt des Sauer- und Siegerlandes“. Der Wert hier betrage 1,5 Wohnungen pro 1000 Einwohner. Spitzenreiter der Region ist Freudenberg mit einer Bauintensität von 5,6. 

Die örtliche Linke fordert in ihrer aktuellen Kampagne den Bau von 100 bis 130 Wohneinheiten jährlich (wir berichteten). Gerade für Geringverdiener und Bezieher staatlicher Transferleistungen – laut Linken-Sprecher Jupp Filippek sind davon 7400 Haushalte betroffen – werde dringend preisgünstiger Wohnraum gebraucht. 

Die Wohnungsbaugesellschaften vor Ort spüren den Bedarf direkt. Markus Kaiser, Chef der Wohnungsgenossenschaft und Herr über rund 900 Wohnungen – überwiegend im Stadtzentrum und alle belegt – sagt: „Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist stärker geworden.“ Der Druck auf Wohnungssuchende sei gewachsen. Die Genossenschaft plant aktuell den Bau von 25 Seniorenwohnungen. 

Neubauten sind für die Mark Wohnungsgesellschaft mit ihren 1315 Wohnungen kein Thema, wie Geschäftsführer Guido Schönau sagt. Die Bestände, vornehmlich in Stadtrand-Lage und nicht alle belegt, würden stattdessen nach und nach energetisch saniert und technisch modernisiert, „um die Häuser zukunftsfähig zu machen“. 

Mit einer Durchschnittskaltmiete von 4,67 Euro pro Quadratmeter sind die Mark-Wohnungen vor allem für Geringverdiener attraktiv. Schönau: „Wir können den meisten Interessenten helfen.“ 

Die stadteigene Wohnstättengesellschaft (Lüwo) mit 2150 Wohneinheiten steht wegen des geplanten Abrisses von Mietwohnungen an der Gneisenaustraße in der Kritik der Linken. 

Trotz mehrfacher Anfrage der Redaktion war von Lüwo-Geschäftsführer Christoph Loos keine Stellungnahme zu erhalten.

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