Filmprojekt

"Stolpersteine auf dem Lebensweg"

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Henning Luft und Sarah Santos vom Amalie-Sieveking-Wohnhaus haben das Projekt „Stolpersteine auf dem Lebensweg“ mit der Film- und Fernsehschule Hamm umgesetzt.

Lüdenscheid -  Projekte brauchen bis zur Umsetzung schon einmal ihre Zeit, gerade wenn das Thema nicht so einfach ist. Um so mehr freuen sich Sarah Santos und Henning Luft vom Amalie-Sieveking-Wohnhaus darüber, jetzt endlich das Ergebnis präsentieren zu können. „Stolpersteine auf dem Lebensweg“ heißt der Film, der am 30. August um 19 Uhr in der Stadtbücherei gezeigt wird. Der Eintritt ist frei.

Die ersten Überlegungen, vier Menschen, die obdachlos waren und in der Einrichtung der evangelischen Perthes-Stiftung an der Viktoriastraße Halt fanden, über ihren Lebensweg erzählen zu lassen, liegen schon ein paar Jahre zurück. 

In Frank Hellmich von der Film- und Fernsehschule Hamm fanden die beiden Wohnhaus-Mitarbeiter genau den richtigen Filmemacher für das sensible Thema. Vier Männer im Alter von 40 bis 60 Jahren erklärten sich bereit, mitzumachen. 

„In einer ersten gemeinsamen Sitzung öffneten sie sich erstaunlich schnell, was auch sehr an Stefan Hellmich und seinem Team lag. Die jungen Auszubildenden von der Film- und Fernsehschule haben in den Interviews mit den Männern sehr viel Einfühlungsvermögen gezeigt“, sagt Sarah Santos. 

Für den Film, der rund 20 Minuten dauert, blickten die Protagonisten tief in ihre Geschichte, sogar bis zur Kindheit. 

„Wir waren in Orten, wo sie ihre Kindheit verbracht haben, auch dort, wo sie als Obdachlose ihre Schlafstellen hatten. Das war zum Teil schon sehr emotional. Selbst im BVB-Stadion waren wir, weil es für einen der Männer eine besondere Bedeutung in seinem Leben vor der Wohnungslosigkeit hatte.“ 

Alle vier Lebenswege, so unterschiedlich sie sind, führten in die Obdachlosigkeit. „Mal war der Weg schon von der Kindheit an steinig. Mal lief alles in wohl geordneten Bahnen ab, aber der Alkohol spielte schon häufig eine Rolle. Mal zerbrach die Familie, weil der Mann arbeitslos wurde, sich Frau und Kinder von ihm trennten. Zunächst reichte das Geld noch eine Weile, aber dann war alles weg, alles ging kaputt.“

Inzwischen sind die Männer des Films nicht mehr in dem Wohnhaus, haben dezentral Wohnungen gefunden und stehen auf eigenen Beinen. Das Amalie-Sieveking-Wohnhaus hält 20 stationäre und 20 ambulante Plätze vor. 

Musikalisch begleitet den Abend in der Stadtbücherei, der von den Freunden der Stadtbücherei unterstützt wird, Ralf Niehaus. Eine offene Diskussion schließt sich an.

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